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In Kürze

Am 20. April 2010 explodierte die Tiefsee-Bohrinsel "Deepwater Horizon" des britischen Energiekonzerns BP im Golf von Mexiko. 11 Menschen starben und bis das Loch 87 Tage später gestopft wurde, flossen mindestens 800 Millionen Liter Öl ins Meer. Es handelt sich um die zweitgrösste Ölkatastrophe aller Zeiten – nur Saddam Husseins Abfackeln der kuwaitischen Ölfelder 1991 war noch verheerender. Über Jahrzehnte wird die gesamte Nahrungskette in der Region beeinträchtigt sein, unter Wasser treibende Öl- und Gaswolken werden riesige Zonen des Ozeans abtöten.

BP treibt den Ausbau gefährlicher Fördertechniken trotzdem weiter voran und investiert zudem neu auch ins schmutzigste Öl der Welt, das aus kanadischem Teersand gewonnen wird. Vor der Katastrophe im Golf investierte BP als einziges globales Öl-Unternehmen nicht in den sozial und ökologisch skandalösen Teersand-Abbau in Kanada. Im Dezember 2010 kündigte BP Teersand-Investitionen von 1,6 Milliarden US-Dollar an - gegen den Widerstand der betroffenen Gemeinden.

Zugleich hat BP eine PR-Agentur damit beauftragt, sein Image als Biokraftstoff-Produzent zu fördern. Der Werbeslogan "Beyond Petroleum" steht zwar auf jedem Briefkopf, auf die Geschäftspolitik hat er aber auch nach dem Deepwater-Desaster keinen Einfluss.

 


Unverantwortliches Konzernverhalten

Trotz katastrophalen Erfahrungen und anders lautenden Versprechungen werden hochriskante Ölfördertechniken wie Tiefsee-Bohrungen und Teersand-Abbau systematisch weiter ausgebaut. Zudem betreibt BP weltweit aggressives Lobbying für schwächere C02- und Klimaschutz-Gesetze sowie für tiefere Sicherheitsstandards bei der Ölförderung. Auf diesem Hintergrund ist der Slogan "Beyond Petroleum" eine glatte Lüge.

Folgen

In Zahlen: 11 tote Plattform-Arbeiter, mindestens 800 Millionen Liter Öl im Golf von Mexiko, die gesamte ökosoziale Tragweite ist noch kaum abschätzbar. Die Fischerei, Tiere an Land und im Wasser und den Tourismus werden die Auswirkungen über Jahrzehnte hinaus existentiell gefährden. Das viele Öl könnte das Ökosystem im Golf zum Kippen bringen, weil diverse Tierarten aussterben und andere sich dafür übermässig ausbreiten werden. Die gesamte Nahrungskette ist somit in Gefahr.

Mit dem Einstieg in den Teersand-Abbau im kanadischen Alberta beteiligt sich BP bewusst an einer bereits bestehenden Umweltkatastrophe. Die verheerenden Folgen dieser Ölfördertechnik auf Wald, Flüsse und indigene Gemeinden sind ausführlich dokumentiert. Die indigenen Gemeinden nennen Öl aus Teersand "das blutige Öl". Die Krebsraten bei den Gemeinden sind in den letzten Jahren durch ölbedingte Vergiftungen in die Höhe geschnellt. Auch werden weiterhin Flüsse und Böden verseucht und damit das ganze Ökosystem inklusive der davon lebenden Menschen bedroht. BPs Teersand-Projekt ist direkt über Kanadas grösster Grundwasser-Quelle. BP kann – wie bei Tiefsee-Bohrungen – nicht ausschliessen, dass diese durch einen Unfall verseucht wird.

Aktueller Stand und Forderungen an das Unternehmen

BP muss immense Anstrengungen unternehmen, um seinem Werbeslogan "Beyond Petroleum" endlich gerechter zu werden. Dazu muss sich BP aus hochriskanten Tiefsee-Bohrungen zurückziehen, die Teersand-Projekte aufgeben und sein weltweites Lobbying gegen höhere Sicherheitsstandards in der Ölförderung und für schwächere Klimaschutzgesetze unverzüglich einstellen.

Video-Statement

Informationen zum Unternehmen

Hauptsitz: London, England
Branche: Energie, Öl, Petrochemie
Umsatz / Gewinn: 246,1 Mrd. Dollar / 26,43 Mrd. Dollar (2009)
In Besitz von: Aktiengesellschaft, börsenkotiert
Mitarbeitende: über 80’000
CEO: Robert Dudley

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