Das sind die Public Eye Awards

Die Public Eye Awards (vormals Public Eye on Davos) setzen einen kritischen Kontrapunkt zum Jahrestreffen des World Economic Forums (WEF) in Davos. Organisiert seit dem Jahr 2000 durch die Erklärung von Bern und Pro Natura (seit 2009 anstelle mit Greenpeace) zeigen die Public Eye Awards den Akteuren der Weltwirtschaft, dass Menschen und Umwelt verachtende Geschäftspraktiken Konsequenzen haben – primär für die davon Betroffenen, aber auch für das Firmenimage.

Ob ausbeuterische Arbeitsbedingungen, Umweltsünden, absichtliche Fehlinformation oder Nichteinhalten der Unternehmensverantwortung: Im Vorfeld des World Economic Forums im Januar 2012 werden die übelsten Unternehmen des Jahres auf einer Shortlist öffentlich angeprangert. Diese Firmen spüren den Druck der Zivilgesellschaft: Unsere "renommierten" Schmähpreise stellen die Konzernskandale in internationales Scheinwerferlicht und helfen so NGO-Kampagnen auf der ganzen Welt zu mehr Gehör. Dieses Jahr werden wir den GLOBAL-Award (gewählt von einer internen Fachjury) verleihen, der PEOPLE’S AWARD wird von Online-Aktivisten aus der ganzen Welt vergeben.

Wir fordern Gerechtigkeit für Konzernopfer

Durch die Liberalisierung der Märkte sind die Spielräume transnationaler Konzerne rasant gewachsen. So rasant, dass nationale Gesetze lange schon keinen ausreichenden Rahmen mehr setzen können. Und freiwilliges Engagement der Unternehmen ist häufig das Hochglanzpapier nicht wert, auf dem es dokumentiert wird. Ob es um die Patentierung überlebenswichtiger Medikamente geht, um rücksichtslose Rohstoffgewinnung oder die Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern: Die Gier der in Davos versammelten Global Player treibt stinkende Blüten. Deshalb ist wichtiger denn je, Unternehmen an ihre soziale und ökologische Verantwortung zu erinnern. Wir fordern einen rechtlichen Rahmen, mit dem Unternehmen in die Pflicht genommen werden können.

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Transparenz am Public Eye: So läuft das ganze ab

1. Ablauf

Die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace rufen jeweils im August weltweit zur Nominierung sozial oder ökologisch besonders verantwortungsloser Firmen auf. Wir prüfen alle eingehenden Vorschläge und legen sie einer internen Fachjury vor. Diese wählt die sechs relevantesten und exemplarischsten Fälle. Jene Bewerber, die es auf diese «Shortlist» schaffen, kontaktieren wir Mitte Oktober und erstellen mit diesen gemeinsam ein fundiertes Dossier. Darauf basierend ermittelt die Jury Mitte November 2011 den Gewinner des Global Awards. Ende Januar 2012 werden die Gewinner an einer internationalen Pressekonferenz in Davos mit Schmähpreisen "geehrt". Die Organisationen, welche die Siegerkonzerne nominiert haben, werden an der Pressekonferenz als Laudatoren teilnehmen und für Fragen zur Verfügung stehen.

2. Kriterien

Bei der Bewertung der Nominationen spielen folgende Faktoren die Hauptrolle: 

  • Stichhaltigkeit und Substanz der Vorwürfe, sowie die Glaubwürdigkeit der nominierenden Organisation oder Einzelperson

  • Tragweite, Relevanz und Aktualität der monierten Vergehen

  • Attraktivität für die Medien unter Berücksichtigung der Faktoren Überraschung, Prominenz, Skandalpotential und Nähe

3. Jury

Die vierköpfige Fachjury setzt sich aus jeweils zwei VertreterInnen von Greenpeace und EvB zusammen. Sie trifft sich zwei Mal, erst zur Zusammenstellung der Shortlist und dann zur Siegerkür.

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