Pressemeldung 14. Januar 2010

Public Eye reloaded: Mit Stiglitz, Jentsch und starken Fakten gegen Konzernarroganz

Zürich, 14. Januar 2010: Am Eröffnungstag des World Economic Forum (WEF) vergeben die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace in Davos die «Public Eye Awards 2010». Moderiert wird der WEF-kritische Event am 27. Januar von Leinwandstar Julia Jentsch. Hauptredner sind Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz und Jürgen Trittin, deutscher Ex-Umweltminister und Parlamentschef der Grünen. Nominiert für die Schmähpreise sind wieder sechs Konzerne, darunter Arcelor Mittal, Roche, die Royal Bank of Canada und das IOC. Auf www.publiceye.ch läuft ab sofort die Abstimmung über den Gewinner des Publikumspreises und ein «Greenwash Award» entlarvt erstmals die unglaubwürdigsten Sozial-und Öko-Labels.

An der Davoser Gegen-Gala zum 40. WEF erhalten die umwelt- und menschenverachtendsten Unternehmen wieder einen der berühmt-berüchtigten Anti-Oscars. Die deutsche Schauspielerin Julia Jentsch, bekannt aus «Die fetten Jahre sind vorbei», «Sophie Scholl» und aktuell «Tannöd», führt durch die Preisverleihung, welche die EvB gemeinsam mit Greenpeace organisiert. Im Jahr drei der Weltwirtschaftskrise fordern die Veranstalter nachdrücklicher denn je rechtlich bindende Regeln für transnationale Konzerne. Und zwar mit prominenter Unterstützung: US-Starökonom und UNO-Berater Joseph E. Stiglitz, der dieser Tage seinen neuen Bestseller «Freefall» publiziert, wird die spezielle Verantwortung globaler Finanzinstitute skizzieren und der Berliner «Atomausstiegsminister» Jürgen Trittin den Kopenhagener Scherbenhaufen analysieren. Für satirische und musikalische Einlagen sorgen Carlos Leal, Greis und Patrick Frey.

Aus den über 40 eingegangenen Nominationen von Nichtregierungsorganisationen hat eine Fachjury je die drei skandalösesten für die diesjährigen Shortlists ausgewählt. Für den «Global Award» sind Fälle von drei Kontinenten nominiert. Der indische Stahlgigant Arcelor Mittal betreibt das grösste und zugleich dreckigste Stahlwerk Südafrikas. Die Royal Bank of Canada ist grösster Financier des ökologisch wie sozial fatalen Ölsand-Abbaus in der kanadischen Provinz Alberta. Und GDF Suez schliesslich ist treibende Kraft hinter einem Grosskraftwerk am brasilianischen Madeira-Fluss, das gigantische Umweltzerstörungen und Massenvertreibungen der indigenen Bevölkerung zur Folge hat.

Die Anwärter für den «Swiss Award» heissen heuer Farner PR (wegen ihrer Bespitzelung der GSoA), Roche (für Transplantationsstudien in China, wo 90% aller Organe von Gefangenen stammen) und International Olympic Comittee. Das IOC mit Sitz in Lausanne hat die für indianische Ureinwohner katastrophalen Winterspiele in Vancouver zu verantworten. Die im Urteil der Internet-Gemeinde übelste Firma dieser beiden Kategorien gewinnt den «People’s Award». Die Online-Abstimmung für diesen Publikumspreis startet heute und dauert bis 26. Januar.

Erstmals verliehen wird dieses Jahr zudem ein «Greenwash Award». Als Mutter aller Schönfärberei wäre das WEF heisser Aspirant auf diesen Sonderpreis. Auf der Shortlist für die fragwürdigste Öko- oder Sozialauszeichnung stehen aber der von WWF und Coop mitinitiierte «Runde Tisch für verantwortliches Soja», die halbstaatliche «Gesundheitsförderung Schweiz» und das im Rahmen des Global Compact anno 2007 lancierte, äusserst wässrige «UNO-Wassermandat», ein Greenwash-Projekt von Nestlé-Chef Peter Brabeck. 

Weitere Informationen bei:

Oliver Classen, Koordinator Public Eye, Erklärung von Bern, Tel.: +41 44 277 70 06 E-Mail: oliver.classen [ at ] evb.ch

Bruno Heinzer, Koordinator Public Eye, Greenpeace Schweiz, Tel.: +41 79 400 88 31 E-Mail: bruno.heinzer [ at ] ch.greenpeace.org

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