FARNER PR

Nominiert von der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA)
Hauptsitz: Zürich, Schweiz
Branche: Public Relations, Werbung und politische Kommunikation
Umsatz: CHF 14 Mio.
In Besitz von: Aktiengesellschaft
Mitarbeitende: 60 in der Schweiz, zahlreiche internationale Partneragenturen
CEO: Christian König

In Kürze

Spitzeldienste für die Rüstungsindustrie: Im Abstimmungskampf um ein Schweizer «Verbot von Kriegsmaterial-Exporten» hat die Zürcher PR-Agentur Farner Methoden aus dem kalten Krieg angewendet. Im Juni 2009 schickte sie eine Politologin als verdeckte Ermittlerin auf ein Strategiewochenende der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA). Die Farner-Frau log der GSoA vor, sie wolle eine Seminararbeit schreiben, stellte aber so viele Expertenfragen, dass jemand Verdacht schöpfte. Im August plauderte ihr Lebenspartner gegenüber der Presse. Seine Freundin sei von Farner «schlecht gebrieft» worden. Sie habe den Auftrag nur ausgeführt, weil Jobs für Politologinnen derzeit rar seien. Farner PR wies den Verdacht der verdeckten Ermittlung erst «in aller Form» zurück. Kurz darauf erreichte ein Farner-Papier von 2005 die Medien: Darin war bereits die Rede von der «Observation von Aktivistengruppen» und «öffentlicher Desavouierung des Gegners». Im Oktober veröffentlichte der «Blick» den Report der Politologin – auf Farner-Briefpapier. Die Bespitzelung politischer Gegner verstösst nicht nur gegen Sitten und Anstand sondern juristisch auch gegen die Versammlungs- und Meinungsfreiheit.

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