Nominiert für den Public Eye People’s Award 2012

von Indonesia Human Rights Committee, www.indonesiahumanrights.org.nz


In Kürze

Edelmetalle im Tausch gegen Tod und Ausbeutung: Der US-Minenkonzern aus Arizona betreibt seit 45 Jahren die weltgrösste Gold und Kupfermine Grasberg in West-Papua ohne Rücksicht auf Natur und Mensch. Täglich fallen in der Mine 230'000 Tonnen mit Schwermetall verseuchter Morast an. Dieser überdeckt weiträumig – in einem Umkreis von bis zu 10 Kilometern - die Umwelt unter einer bis zu 15 Meter hohen alles abtötenden Schlammlawine, die auch ein Weltnaturerbe bedroht. Im grossen Streik Ende 2011 wurden zwei Streikende von der Polizei erschossen und Gewerkschafter erhielten Todesdrohungen. Die Schweiz ist der fünftgrösste Handelsplatz (nach USA, Japan, Indonesien und Spanien) von Freeport-Edelmetallen.

Unternehmensinfo

Hauptsitz: Arizona, USA
Branche: Minenbau
Umsatz/ Gewinn: 19 Mrd. $ / 4,3 Mrd $ (2010)
In Besitz von: börsenkotiert
Mitarbeitende: 29’700
CEO: Richard C. Adkerson
Website: www.fcx.com


Unverantwortliches Konzernverhalten

Freeport McMoRan beutet seit 1967 West Papua aus. Dank einem Deal mit dem damaligen Diktator Suharto darf sich der Konzern seit Jahrzehnten an den Gold- und Kupfervorräten West Papuas schamlos bedienen. Freeport vergiftet dabei die Umwelt, vertreibt die indigene Bevölkerung in Slums und zerstört deren Religions- und Kulturstätten. Für die von Freeport McMoRan betriebene, weltgrösste Kupfer- und Goldmine wurde ein Berg geköpft, der bei den lokalen Indigenen als heilig gilt. Die Aktivitäten von Freeport führen zu sozialer Zerrüttung und Ghetto-Bildung. Diese Form von wirtschaftlicher Kolonisierung verhindert die Entwicklung der Gesellschaft, treibt Menschen in die Prostitution und fördert den starken Anstieg von HIV-Infizierungen in der Bevölkerung von West Papua.

Folgen

Das Weltnaturerbe «Lorentz National Park» wird zusehends von Freeports Giftschlacke bedroht. Die vertriebene Bevölkerung wohnt in Slum-ähnlichen Zuständen. In der Minenstadt Timika beispielsweise lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Kriminalität, Prostitution und HIV-Erkrankungen nehmen stetig zu. Das Konfliktpotenzial schwillt an, immer wieder kommt es zu Ausschreitungen, Toten und Verletzten. Mehr als 160 Leute wurden im Umfeld von Freeports Grasbergmine bereits vom Militär erschossen.

Aktueller Stand und Forderungen an das Unternehmen

Tausende von unterbezahlten Minenarbeitern streikten Ende 2011 und legten die Minenarbeiten vorübergehend lahm. Angesichts der katastrophalen Praktiken von Freeport müssen sich beteiligte Finanzinstitute von Freeport distanzieren und zurückziehen. Die norwegische Pensionskasse hat diesen Schritt bereits gemacht. Das Indonesia Human Rights Committee bezweifelt, dass Freeport die Grasberg-Mine ohne die geschilderten Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen betreiben kann und fordert deshalb die Schliessung der Mine.

Weitere Informationen

Auf der Website des Indonesian Human Rights Comittee:

www.indonesiahumanrights.org.nz

Occupy Phoenix gegen Freeport:

www.youtube.com/watch?v=CvJxy2GvOHE

Asian Times über den Streik 2011:

www.atimes.com/atimes/Southeast_Asia/MK02Ae01.html

Die norwegische Pensionskasse über ihre Disinvestition bei Freeport:

www.regjeringen.no/en/dep/fin/press-center/Press-releases/2006/Two-companies---Wal-Mart-and-Freeport---.html?id=104396

Ausführlicher Bericht der NGO Etan:

etan.org/news/2008/09freeport.htm

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