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30. November 2000

Mitglieder der eidgenössischen Räte erhielten heute ein verknotetes Taschentuch in die Hand gedrückt. Mit dieser symbolischen Aktion «Remember Seattle» erinnert die Erklärung von Bern an die gescheiterte WTO-Konferenz vor einem Jahr und fordert das Parlament auf, sich vermehrt für einen nachhaltigen Welthandel zu engagieren.

Ein Knopf im Taschentuch hilft gegen das Vergessen. Mit der Überreichung eines Taschentuches fordert die entwicklungspolitische Organisation Erklärung von Bern die Ratsmitglieder auf, Lehren aus Seattle zu ziehen. Das Debakel von Seattle hat insbesondere zwei Tatschen deutlich gemacht: Einerseits hat ein Welthandelssystem, in dem jedes Land nur seine Partikularinteressen durchsetzen will, ausgedient. Andererseits ist der Welthandel längst nicht mehr nur Sache einiger Handelsdelegierter, die die Interessen der Wirtschaft vertreten. Die Zivilgesellschaft beansprucht Mitsprachemöglichkeiten.
Die Erklärung von Bern fordert das Parlament auf, die Kritik der Zivilgesellschaft ernst zu nehmen und aktiv zur Vision eines nachhaltigen Welthandels beizutragen, der nicht auf dem Buckel von ärmeren Ländern ausgetragen wird.

Die eidgenössischen Räte sollen sich in die laufenden WTO-Verhandlungen einmischen und vom Bundesrat eine regelmässige und ausführliche Berichtererstattung einfordern. Sie sollen sich dafür einsetzen, dass vor einer neuen Handelsliberalisierungsrunde die Auswirkungen der WTO-Abkommen umfassend und unabhängig evaluiert werden. Und sie sollen darum besorgt sein, dass auf ärmere Länder keinerlei Druck ausgeübt wird, ihre Märkte zu öffnen.

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