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25. März 2004

Zürich, 25.03.2004 - Damit der olympische Geist auch in den Sportbekleidungsfabriken Einzug hält, suchen die Clean Clothes Campaign (CCC), die Erklärung von Bern (EvB) und der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) die Unterstützung von Schweizer Sportclubs und Vereinen und lancieren einen Appell ans IOC.

Heute wird im historischen Olympia auf dem griechischen Peloponnes im Hinblick auf die Sommerspiele Athen 2004 das olympische Feuer entfacht. Für die kommenden Monate rückt damit der olympische Geist ins öffentliche Bewusstsein. «Dass auch Sportartikel für die Olympiade unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, sollte selbstverständlich sein. Alles andere wäre auch ein Verrat an der olympischen Idee», findet Jean-Claude Prince vom SGB. Leider gelten diese universellen, ethischen Prinzipien bisher nicht für die Beschäftigten, die Sportbekleidung herstellen. «Ich würde gern bessere Arbeitsbedingungen fordern. Aber wir glauben nicht, dass wir höhere Löhne, Sozialleistungen und einen besseren Rechtsstatus fordern können», wird in einem neu erschienen Bericht die 22-jährige Wanderarbeiterin Phan aus Thailand zitiert.
Appell ans Internationale Olympische Comité IOCIm Bericht „Play Fair at The Olympics“, der gemeinsam von der Clean Clothes Campaign (CCC), dem gewerkschaftlichen Netzwerk Global Unions und von Oxfam International herausgegeben wird, ist nichts vom olympischen Geist zu spüren. Um rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Athen die Geschäfte mit den neuesten Turnschuhen, Kleidungsstücken und Accessoires zu bestücken, wurden die Rechte von Millionen von Beschäftigten verletzt. Aus den 205 Interviews, die alle seit Mai 2003 mit Arbeiterinnen und Managern aus der Sportbekleidungsindustrie geführt wurden, ergibt sich ein erschreckendes Bild zur aktuellen Situation. «In der Branche gelten unvorstellbar niedrige Löhne, unter Zwang durchgesetzte übermäßig lange Arbeitszeiten; ungesunde Arbeitsplätze, physische und verbale Angriffe gehören zum Fabrikalltag und die Gewerkschaftsrechte werden systematisch missachtet», fasst Stefan Indermühle von der Erklärung von Bern (EvB) den Bericht zusammen. Das IOC hat bisher in bemerkenswerter Weise darüber hinweg gesehen. Deshalb erlassen CCC und EvB und der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) einen öffentlichen Appell ans Internationale Olympische Comité (IOC). Das IOC wird aufgefordert, in sämtlichen Verträgen mit Sponsoren und Lizenznehmern die Einhaltung und Überwachung der grundlegenden Arbeitsrechte zu verlangen.Clubs und Vereine unterzeichnen den Schweizer Olympia AppellDie Olympia-Kampagne wird weltweit und in über 25 Ländern durchgeführt. Mit der Schweizer Kampagne werden in erster Line aktive Sportgruppen aller Art angesprochen. Vereine, Clubs und alle Gruppen mit sportlichen Aktivitäten werden aufgefordert, den Schweizer Olympia Appell zu unterzeichnen. So setzen sie ein Zeichen, damit Fairplay bald auch in den Sportbekleidungsfabriken gelten wird. Das Ziel der Kampagne ist es, dass mindestens 100 Gruppen sich vom olympischen Feuer inspirieren lassen und den Appell unterschreiben.

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