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Banktrack Studie belegt, dass Schweizer Banken für Klimawandel mitverantwortlich sind

14.12.2009, 14. Dezember 2009

Während in Kopenhagen um Emissionsreduktionsziele für 2050 gefeilscht wird, zementieren UBS und Credit Suisse mit ihrer Geschäftspolitik den unhaltbaren Status Quo. Denn die Milliarden, welche auch die Schweizer Grossbanken weiter in die Förderung fossiler Brennstoffe und andere treibhausgasintensive Industrien stecken, lassen morgen Emissionen und Temperaturen weiter ansteigen. Dies zeigt ein Hintergrundpapier des NGO-Netzwerks «BankTrack».

60 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses aus dem Verbrauch fossiler Brenn- und Treibstoffe stammen aus Grossanlagen der Energieversorgung und der Industrie (z.B. Öl- und Gasförderung, Öl-, Gas- und Kohlekraftwerke, Raffinerien und Petrochemie, Eisen- und Stahlindustrie, Zementfabriken). Solche Grossanlagen haben eine lange Lebensdauer. Jeder Franken, Euro oder Dollar, der jetzt in diesen fossil-industriellen Komplex investiert wird, macht es künftig schwieriger, Emissionen zu reduzieren. Die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse gehören zu den weltgrössten Kapitalgebern solcher Treibhausgasschleudern.

Wie ein heute in Kopenhagen lancierter Bericht des von der EvB mitgegründeten NGO-Netzwerks «BankTrack» zeigt, haben die Finanzinstitute ihre besondere Klimaverantwortung bisher sträflich vernachlässigt. Der einzige Bereich, bei dem sich die Banken in der Klimafrage hervortun, ist der Handel mit Emissionsrechten. «Im Emissionshandel zirkulieren Tonnen fiktiver 'Subprime'-Emissionsrechte. Hier kreieren Banker gerade die nächste Derivate-Blase. Für den realen Rückgang von Emissionen ist das höchst kontraproduktiv», stellt EvB-Finanzexperte Andreas Missbach fest.

In der Studie «A Challenging Climate 2.0» fordert BankTrack von den Banken rasches und verantwortliches Handeln. Konkret sollen sie:

  • keine Firmen und Projekte finanzieren, die massiv Treibhausgase produzieren, d.h. sie sollen sich aus der Kohle- und Ölindustrie, Kohlekraftwerken und klimaschädlichen Praktiken in Land- und Forstwirtschaft sowie dem Transportsektor zurückziehen.
  • alle Emissionen, die sie durch ihre Geschäftstätigkeit mit verursachen, vollständig erfassen, öffentlich publizieren und sich ambitionierte Reduktionsziele für diese Emissionen setzen.
  • massiv in die Entwicklung und Verbreitung erneuerbarer Energie, klimafreundlicher Produktionsprozesse und Konsumstile investieren.

Eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 erfordert laut der internationalen Energieagentur bereits Investitionen von 45’000 Milliarden Dollar. Durch die Fokussierung auf klimafreundliche Investitionen könnten die Schweizer Banken gesellschaftlich nützliche und zukunftsfähige Geschäftsfelder besetzen, statt neue Blasen und Crashs zu produzieren.

Mehr Informationen auf evb.ch oder bei

Andreas Missbach, EvB-Bankenexperte, 044 277 70 07, amissbach[at]evb.ch

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