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Bernische Kraftwerke und Newmont Mining am Davoser Public-Eye-Pranger

28. Januar 2009

Davos, 28.01.2009 - In Sichtweite des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz heute besonders krasse Verstösse gegen ethische und nachhaltige Unternehmensführung gebrandmarkt. Die Public Eye Awards 2009 gehen an den US-Goldminenkonzern Newmont Mining und die Bernischen Kraftwerke (BKW). In einer Internet-Abstimmung ist Newmont zudem mit dem Publikumsschmähpreis „ausgezeichnet“ worden. Den „Public Eye Positive Award“ erhalten zwei couragierte kolumbianische Gewerkschafter.

Am zehnten Public Eye haben die EvB und ihre neue Davos-Partnerin Greenpeace zwei Konzerne prämiert, die exemplarisch für all jene WEF-Mitglieder und Grossunternehmen stehen, deren soziale und/oder ökologische Vergehen die Kehrseite einer rein Profit orientierten Globalisierung zeigen. „Eine wirkliche Wirtschaftsordnung braucht starke politische Regeln“, stellte der deutsche CDU-Politiker Heiner Geissler in seiner Eröffnungsrede klar. Und SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer kritisierte das WEF als „ebenso wichtigen wie windigen Lobbyverein für das konkursite Geschäftsmodell Neoliberalismus“.

Newmont Mining gewinnt gleich zwei Anti-Oscars: Den Global Award und den Publikumspreis (People’s Award). Diese Doppelauszeichnung zeigt, dass Fachjury und Internet-Gemeinde Newmonts „Goldrausch“ gleichermassen verurteilen. Am Pranger steht der US-Bergbaukonzern wegen seines skandalösen Goldminenprojekts in Ost-Ghana. In seiner Laudatio berichtete Daniel Owusu-Koranteng, Präsident der Betroffenenorganisation WACAM, von der „zynischen Zerstörung einzigartiger Lebensräume“, „brutalen Zwangsumsiedlungen“ sowie „vergifteten Böden und Flüssen“.

Siegerin der Kategorie „Swiss Award“ ist BKW. Die Bernischen Kraftwerke planen im niedersächsischen Dörpen für rund 1,6 Mrd. Franken ein Kohlekraftwerk. Dagegen wehrt sich u.a. Inge Stemmer von der lokalen Bürgerinitiative Saubere Energie, für die BKW längst für „Beschleunigten Klimawandel“ steht. In Davos wies sie auf den „riesigen Widerspruch zwischen der grünen Schweizer Werbung und der schwarzen Dörpener Realität“ hin und forderte BKW-CEO Kurt Rohrbach zum „Verzicht auf diesen gigantischen CO2-Export ins benachbarte Ausland“ auf.

An der vom aktuellen Bond-Widersacher Anatole Taubman moderierten Jubiläumsveranstaltung wurde aber erstmals auch der mutigste Mitarbeitende geehrt. Diesen „Positive Award“ teilen sich zwei kolumbianische Gewerkschaftsführer: Jairo Quiroz Delgado und Freddy Lozano. Ihre Gewerkschaft Sìntracarbon engagiert sich hartnäckig und erfolgreich für die von der Kohlemine El Cerrejon betroffenen Gemeinschaften. Sie wünschten sich in Davos „ein schnelles Ende der rücksichtslosen Ausbeutung von Ressourcen in Entwicklungsländern durch transnationale Konzerne“.

Mit den Public Eye Awards schaffen die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz vor Ort eine Gegenöffentlichkeit zum WEF. Die beiden Nichtregierungsorganisationen fordern – eindringlicher denn je – rechtlich verbindliche internationale Regeln zur Unternehmensverantwortung.

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