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Bund soll kulturelle Vielfalt schützen

26. August 2004

Bern, 26.08.2004 - Am 31. August 2004 versammeln sich etwa sechzig Vertreterinnen und Vertreter der schweizerischen Zivilgesellschaft unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen UNESCO-Kommission in Bern , darunter Schriftsteller, Musiker, Filmemacher, Juristen, Journalisten und NGO-Vertreter. In einer Botschaft an die Bundesbehörden appellieren sie an die Schweiz, sich engagiert an den Diskussionen über den Vorentwurf zu einer Konvention zur kulturellen Vielfalt zu beteiligen, die am 20. September 2004 im Rahmen der UNESCO beginnen.

Der Schutz der kulturellen Vielfalt ist ebenso wichtig wie der an der Rio-Konferenz von 1992 diskutierte Schutz der biologischen Vielfalt vor den schädlichen Auswirkungen des wirtschaftlichen Wachstums. Heute geht es darum, die kulturelle Vielfalt der Gesellschaften, Nationen und Völker vor den negativen Auswirkungen des liberalisierten internationalen Handels und der Globalisierung zu schützen. Auch wenn jede Kultur der entsprechenden Gesellschaft oder Gruppe gehört, so bildet die Gesamtheit der kulturellen Ausdrucksformen ebenso wie die biologische Vielfalt ein gemeinsames Erbe der Menschheit.

Wie kann man sicherstellen, dass Kulturgüter und kulturelle Dienstleistungen in einem freien und offenen Markt eine Sonderbehandlung geniessen, die sie von gewöhnlichen Handels- oder Konsumgütern unterscheidet? Mit andern Worten, warum müssen der Film eines Schweizer Regisseurs, die Musik aus einer Region in Bali oder der Roman eines Autors aus Burkina Faso auf Handelsebene anders behandelt werden als eine Flasche Coca Cola?

Die sowohl national als auch international wichtige Konvention muss einerseits die Existenz und die Entfaltung jeder Kultur unter Wahrung der Menschenrechte garantieren und andererseits möglichst vielen Menschen freien und gleichberechtigten Zugang zu kulturellen Ausdrucksformen verschaffen.

Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Kulturindustrie ist zu erwarten, dass die Anhänger einer reinen Liberalisierungspolitik alle Register ziehen werden, um den Geltungsbereich der Konvention zu beschränken. Es ist deshalb sehr wichtig, dass auch die Verfechter der kulturellen Vielfalt ihre Stimme laut und deutlich erheben.

Die verschiedenen Kulturschaffenden unseres Landes haben trotz ihrer Vielfalt beschlossen, mit einer Stimme zu sprechen. Sie hoffen, mit ihrer Botschaft den Denkprozess und die Argumente der politischen Entscheidungsträger zu unterstützen und damit auf nationaler Ebene das Engagement der Schweiz in der UNESCO für die kulturelle Vielfalt zu verankern.

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