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Credit Suisse kollaboriert mit führendem chinesischem Waffenhändler

15. Februar 2007

Zürich, 15.02.2007 - Heute präsentiert Credit Suisse (CS) ihr glänzendes Jahresergebnis 2006. Die CS-Kooperation mit dem grössten Waffenhändler Chinas zeigt eine hässliche Kehrseite dieses Geschäftserfolgs. Und ist ein Beispiel dafür, wie dringend globale Geldinstitute interne Standards brauchen, um mit der Menschenrechtsthematik verantwortlich umzugehen. Darum geht es auch morgen Freitag in Genf bei einer Anhörung von John Ruggie, dem UNO-Verantwortlichen für transnationale Unternehmen und Menschenrechte, zu der auch die Erklärung von Bern (EvB) eingeladen wurde.

Die Anhörung soll klären, welche Rolle dem Finanzsektor bei der Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen und der Durchsetzung der Menschenrechte zu kommt. Als EvB-Finanzexperte wird Andreas Missbach dort die Position der im BankTrack-Netzwerk zusammen geschlossenen Nicht-Regierungsorganisationen vorstellen. Es kommt zwar kaum vor, dass Grossbanken direkt Menschenrechte verletzen. Über Grosskunden können sie aber leicht in Komplizenschaft mit Menschenrechtsverletzungen geraten. Eine EvB-Recherche förderte vergangenes Jahr alleine für CS und UBS über 60 solcher Fälle zu Tage.

Ein brandaktuelles Beispiel stammt aus China. Im Januar 2006 unterzeichnete Credit Suisse mit der China Poly Group Corporation einen Vertrag zur Gründung der Poly Finance Company Limited. Die CS hält an der neuen Gesellschaft, die ausschliesslich interne Finanzdienstleistungen anbietet, eine Kapitalbeteiligung von 15 Prozent. Die Geschäfte der China Poly Group (Poly) beschreibt Credit Suisse wie folgt: «Die Aktivitäten der Gruppe beinhalten Handel, Immobilien, Kultur und Kunsthandel.» Dass Poly in einer Mitteilung vom 13. Dezember, in der für 2006 Rekordgewinne angekündigt werden, seine «führende Rolle im chinesischen Waffenhadel» selber bestätigt, verschweigt die CS. «Poly Finance wurde mit CS-Beteiligung gegründet, um die Finanzen der Poly Group zu verwalten und wohl auch um neues Kapital aufzutreiben. Wie will Credit Suisse sicherstellen, dass sie nicht Waffenlieferungen an Burmas Diktatoren oder andere Menschenrechtsverletzungen mit finanziert?», fragt Andreas Missbach von der Erklärung von Bern.

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