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Das «Public Eye on Davos» fordert das WEF heraus

30. Januar 2002

New York, 30.01.2002 - Bereits zum dritten Mal findet eine von der NGO-Koalition “The Public Eye on Davos“ organisierte internationale Konferenz statt, die einen Kontrapunkt zum WEF setzt und die dort vertretenen Ansichten in Frage stellt.

Das diesjährige Public Eye wird noch grösser als in den vorhergehenden Jahren. Es bietet den Teilnehmenden aus Nord und Süd eine Plattform, die einseitige wirtschaftliche Globalisierung zu kritisieren und Alternativen für eine gerechte und nachhaltige Weltwirtschaft aufzuzeigen. Im Gegensatz zum WEF ist das Public Eye für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Es findet vom 31. Januar bis zum 3. Februar im UNO-Kirchenzentrum statt, einige Strassenblocks vom Luxushotel Waldorf Astoria entfernt, wo das WEF-Jahrestreffen residiert.

Matthias Herfeldt von der Erklärung von Bern, der die Public Eye on Davos-Kampagne koordiniert, stellt fest: „Es sind vor allem die Industrieländer und ihre Konzerne, die von dieser wirtschaftlichen Globalisierung profitieren, die vom WEF und seinen Mitgliedern propagiert wird – die Armen der Welt leiden darunter.“ Matthias Herfeldt führte aus, dass verbale Zugeständnisse und freiwillige Verpflichtungen der Konzerne nicht ausreichen, um den negativen Auswirkungen der Globalisierung zu begegnen. Um eine sozial und ökologisch tragfähige Entwicklung zu erreichen, sind bindende globale Regeln für transnationale Konzerne nötig. „Wenn die Mitglieder des WEF wirklich der Verbesserung der Welt verpflichtet sind, wie das Motto des WEF behauptet, dann werden sie unseren Aufruf an die Regierungen, solche Regeln auszuhandeln, unterstützen. Nur so kann verantwortliches wirtschaftliches Handeln weltweit durchgesetzt werden“, fordert Carol Welch von Friends of the Earth USA.

Victoria Tauli Corpuz, von der Tebtebba Stiftung in den Philippinen, die in den Jahren 2000 und 2001 auf Einladung des WEF am Forum teilnahm, sagt, das Hauptthema des Jahrestreffen sei es, „neue Ideen auszutesten, um das herrschende wirtschaftliche Muster der neoliberalen Globalisierung weiter zu stärken.“ Das „Public Eye“ hinterfragt diese Rolle des WEF und stellt sicher, dass die Erfahrungen der Menschen, die vom Globalisierungsprozess marginalisiert werden, auch zur Kenntnis genommen werden. Das WEF ist ein privater Club der weltweit grössten Unternehmen. Es bezweckt, den Einfluss der Konzerne auf allen Ebenen der Politik zu verstärken, es befürwortet die ungezügelte wirtschaftliche Liberalisierung und heizt die Globalisierung an. Am Jahrestreffen sind deshalb nicht nur Manager, sondern auch hochrangige Politiker zu Gast. In privater Atmosphäre, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, diskutieren sie Themen mit weitreichenden Konsequenzen und einigen sich auf politische und wirtschaftliche Zukunftsstrategien.

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