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«Die Etikette der Kleider» gibt Auskunft

23. Februar 2006

Bern, Zürich, 23.02.2006 - Weder auf der Preisetikette noch auf der Warenetikette erfährt die Konsumentin, der Konsument, wie und unter welchen Umständen die Jacke oder die Hose hergestellt wurde. Die SKS und die EvB haben bei 27 Unternehmen auf dem Schweizer Markt nachgefragt. Das Ergebnis: Die Arbeitsbedingungen in den Kleiderfabriken sind nach wie vor unzumutbar, die Firmen sind sich der Problematik aber zumindest bewusst.

Unternehmensethik in der Bekleidungsindustrie ist noch immer unzureichend

Von Migros über Strellson, von Nike bis zu C& A: Im letzten Jahr haben EvB und SKS 27 Firmen und Anbieter von Kleidern angeschrieben und Auskunft über ihre ökologischen und sozialen Standards bei der Kleiderproduktion verlangt. Nun liegt die Broschüre mit der Auswertung druckfrisch vor: „Die Etikette der Kleider“. Das Überraschende daran: Alle Firmen haben geantwortet und Informationen geliefert. Obwohl die Firmen dazu gelernt haben, hat sich an den Missständen in den Fabriken nicht viel geändert: Trotz den höheren Standards, welche die Firmen von ihren Lieferanten verlangen, besteht bei der Umsetzung und Kontrolle noch ein enormer Handlungsbedarf. Die grössten Anstrengungen für bessere Arbeitsbedingungen unternahmen die Anbieter von Kleidern aus biologischer Baumwolle.

Den Preis der Globalisierung zahlen die Arbeiterinnen und Arbeiter: Erzwungene Überzeit und Hungerlöhne prägen weltweit den Fabrikalltag. Fangen die Kleiderfirmen aber ernsthaft an, bei ihren Lieferanten minimale Sozialstandards durchzusetzen und dem nationalen Arbeitsrecht Beachtung zu verschaffen, kann wirksam Gegensteuer gegeben werden. Anstelle von schwammig formulierten Richtlinien gegen Kinderarbeit und gut gemeinten Schulprojekten fordern EvB und SKS systematische Umsetzung minimaler Sozialstandards (eines so genannten Verhaltenskodex) und deren unabhängige Überprüfung.

Diejenigen Informationen, welche Konsumentinnen und Konsumenten bisher vergeblich auf den Kleidern suchten, finden sie nun in der Broschüre „Die Etikette der Kleider“. Die Bewertung zeigt auf, wie ernst es die einzelnen Firmen mit Transparenz, Sozialstandard sowie Umsetzung und Kontrolle meinen. Zusammen mit der neu aufgelegten Broschüre «Prêt-à-Partager – Erste Marktanalyse zum öko-sozialen Engagement in der Modebranche». tragen die Firmenporträts viel dazu bei, Licht in ein undurchschaubares Geschäft zu bringen. Dank dem Druck der Öffentlichkeit und der Konsumentinnen und Konsumenten konnte mehr Transparenz geschaffen und erste Verbesserungen für die Rechte der Arbeiterinnen erreicht werden. Die Resultate der Befragung zeigen aber, dass dieser Druck auch in Zukunft aufrecht erhalten werden muss.

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