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Fanal für UBS und CS: Entwicklungsbank lässt Hochrisikoprojekt fallen

3. April 2008

Zürich, 03.04.2008 - Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hat dem umstrittenen Projekt für eine Tagebau-Kohlemine in Phulbari (Bangladesch) die Unterstützung verweigert. Dieser Rückzug zeigt, dass die Pläne der britischen Firma GCM Resources ökologisch und sozial nicht zu verantworten sind. Deshalb müssen sich jetzt auch die Banken, darunter UBS und CS, von diesem Unternehmen distanzieren.

Der vom Direktor der Privatsektorabteilung bekannt gegebene Ausstieg der ADB kommt überraschend. Ursprünglich sollte der Verwaltungsrat erst am 3. Juni sowohl über einen 100 Millionen Dollar Kredit als auch eine 200 Millionen Dollar Risikogarantie für das Projekt bestimmen. Die Gründe für den Ausstieg liegen jedoch auf der Hand: Der Tagebau würde in einer der fruchtbarsten und nicht vom Monsun geplagten Regionen Bangladeshs die Lebensgrundlagen von bis zu 350’000 Menschen zerstören. Deshalb auch der starke lokale Widerstand gegen das Projekt. Im August 2006 eskalierte der Konflikt schon einmal: Paramilitärs schossen in eine Protestversammlung von über 50'000 Menschen, töteten fünf davon und verletzten über hundert. Daraufhin wurden die lokalen Büros der GCM Resources verwüstet und ihr Personal musste aus Phulbari fliehen.

Die UBS ist mit 11,6% zweitgrösste Aktionärin von GCM Resources, die Credit Suisse ist mit 3,6% beteiligt. Phulbari ist das einzige bedeutende Projekt der Start Up Firma GCM Resources. Die geplante Kohlegewinnung in einem Tagebau von bis zu 300 Metern Tiefe und der im Sundarbans Mangrovenwald (UNESCO Welterbe) projektierte Exporthafen würden für Mensch und Natur katastrophale Zerstörungen bringen. UBS und Credit Suisse antworteten auf einen Brief der Erklärung von Bern und ihrer Partnerorganisationen im vergangenen Jahr, dass ein nicht genannter Teil der GCM-Aktien lediglich für Kunden gehalten werde. Mit dieser Ausflucht können sich die Banken jedoch nicht aus der Verantwortung stehlen.

„UBS und CS haben in den Diskussionen um Diktatorengelder und Geldwäscherei gelernt, dass sie nicht jedermann als Kunden akzeptieren dürfen. Eine Bank, die verantwortlich handelt, sollte mit derart problematischen Firmen gar keine Geschäftsbeziehungen eingehen – auch nicht für Dritte“, sagt Andreas Missbach, Finanzexperte der Erklärung von Bern. Und fügt hinzu: „Die Milliardenverluste der letzten Monate zeigen das Versagen des finanziellen Risikomanagements der Banken. Das Engagement bei GCM Resources zeigt, dass UBS und Credit Suisse auch gewisse Projektrisiken für Menschen und Umwelt nach wie vor viel zu gering bewerten.“

Andreas Missbach, Bereichsleiter Banken und Finanzplatz Schweiz, Tel. 044 277 70 07, amissbach[at]evb.ch

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