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Gentechkaffee wird vom Handel abgelehnt

17. April 2002

Zürich, 17.04.2002 - Coop, Migros, Starbucks, Merkur und Mövenpick haben sich im Rahmen der EvB/Swissaid-Kampagne klar gegen die Einführung von Gentech-Kaffee ausgesprochen. Dies zeigt, dass die wichtigsten Kaffeehändler der Schweiz bereit sind, auch die sozialen Folgen der Gentechnologie ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen. Fair-Trade-Kaffee, von Swissaid und der Erklärung von Bern als wirksame Alternative propagiert, hat insbesondere in der Gastronomie noch einen schweren Stand, doch werden in naher Zukunft auch hier Pionierbetriebe der Nachfrage folge leisten.

Im letzten Herbst lancierten die Erklärung von Bern und Swissaid im Rahmen des Welternährungstages die Kampagne „Aufwachen – Es riecht nach Gentech-Kaffee“, mit der die grössten Schweizer Kaffeeimporteure aufgefordert wurden dem reifungsgesteuerten Gentechkaffee bereits vor einer allfälligen Markteinführung eine klare Absage zu erteilen und als Alternative vermehrt Fairtrade-Kaffee ins Sortiment aufzunehmen. Damit soll eine Kaffeeproduktion unterstützt werden, welche die Lebensbedingungen der Kaffeebauern nachhaltig verbessert. Die Antworten an die Entwickler des Gentechkaffees sind klar: Für Gentechkaffee gibt es in der Schweiz keine Nachfrage.

Der reifungsgesteuerte Gentech-Kaffee wird von den wichtigsten Akteuren im Schweizer Kaffeehandel abgelehnt. So hat Coop mitgeteilt, dass sie Gentech-Kaffee aufgrund ihrer Markenstrategie und ihrer Gentechnik-Richtlinie nicht anbieten werden. Starbucks sieht „weder jetzt noch in einer späteren Planung den Gebrauch von Kaffee, welcher einer gentechnischen Veränderung unterzogen wurde, vor“. Mövenpick bestätigt, dass sie als Gruppe bereits vor Jahren beschlossen habe, auf gentechnisch veränderte Produkte zu verzichten. Kritisch haben auch Merkur und die Migros reagiert, welche keinen reifungsgesteuerten Gentech-Kaffee anbieten wollen, „solange dies möglich ist“. Passaggio/Autogrill und Denner haben auf die Briefe von Swissaid/Erklärung von Bern und die vielen Protest-Mails nicht geantwortet. Der SV-Service schiebt den Entscheid auf seine Kunden (Personalrestaurants, Mensen) ab.

Fair-Trade Kaffee gibt es bereits seit zehn Jahren bei Coop, bei der Migros und in einzelnen Mensen und Restaurants, die vom SV-Service betrieben werden. Erfreulich ist, dass aufgrund der Kampagne sich nun auch Merkur eine Aufnahme von Kaffee mit dem Max Havelaar Gütesiegel ins Sortiment überlegt. Bei Starbucks sind die Verhandlungen mit Max Havelaar über die Einführung von Fairtrade-Kaffee schon weit fortgeschritten.

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