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31. Januar 2008

Zürich, 31.01.2008 - Der internationale Haftbefehl gegen die Aktivistinnen der Clean Clothes Campaign (CCC) wurde zurückgezogen. Der Kläger, der indische Bekleidungsproduzent FFI/JKPL, willigte in eine Vereinbarung mit der CCC ein. Demnach wird in der Fabrik eine Ombudsstelle eingerichtet und die Gewerkschaftsfreiheit wieder gewährleistet.

Der indische Textilproduzent Fibre and Fabrics International (FFI) und dessen Tochterfirma JKPL haben sämtliche Klagen gegen die lokalen Organisationen, gegen die niederländischen Aktivistinnen der Clean Clothes Campaign (CCC) sowie gegen den Internet-Anbieter Antenna zurückgezogen. Dank der Vermittlung des früheren holländischen Premierministers Ruud Lubbers konnte am 29. Januar 2008 eine Vereinbarung erzielt werden. Diese sieht Massnahmen vor, die solchen Arbeitskonflikten künftig vorbeugen sollen. Demnach wird in der Fabrik eine Ombudsstelle eingerichtet, welche etwaige weitere Beschwerden der FFI/JKPL-Belegschaften behandeln wird. Die Umsetzung der Vereinbarung wird von einem Aufsichtsgremium begleitet. Diesem wird neben Ruud Luubers auch der bekannte indische Entwicklungsexperte Ashok Khosla angehören.

Die internationale CCC ist besonders erfreut darüber, dass alle Beschäftigten von FFI/JLPL auf Wunsch nun einer Gewerkschaft ihrer Wahl beitreten dürfen. Aufgehoben wurde auch der internationale Haftbefehl gegen gegen die CCC-Aktivisinnen sowie der gerichtliche Maulkorb für die Mitglieder der Gewerkschaft GATWU und der lokalen Arbeitsorganisationen (Cividep, NTUI, Munnade). Angesichts dieser substantiellen Zugeständnisse hat die CCC die weltweite Kampagne gegen den indischen Produzenten gestoppt.

Gestützt auf die Vereinbarung mit der CCC, hat das Unternehmen G-Star seine Geschäftsbeziehung mit FFI/JKPL wieder aufgenommen. Das niederländische Modelabel war bis zu seinem Rückzug im Dezember 2007 Hauptkunde bei FFI/JKPL. Die CCC erwartet auch von anderen frühere FFI/JKPL-Kunden (darunter Armani, Guess oder MEXX), dass sie dort wieder Aufträge platzieren und dabei eng mit der Ombudsperson zusammenarbeiten werden. So könnten mehrere Tausend Arbeitsplätze gesichert werden.

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