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Keine Bundesgelder für Mammutkraftwerke

2. Oktober 2000

Anlässlich einer Konferenz über grosse Staudämme in Bern demonstrieren kurdische Organisationen und die Erklärung von Bern über die Auswirkungen von Mammutkraftwerken. Sie fordern, dass die Probleme der bisherigen Projekte gelöst werden, bevor neue Staudämme bewilligt werden.

Vom Montag bis am Mittwoch findet in Bern die "Hydro 2000", eine grosse internationale Konferenz der Kraftwerkindustrie, statt. An einer Kundgebung protestieren die Entwicklungsorganisation Erklärung von Bern und FEKAR, der Veband kurdischer Vereine in der Schweiz, am Montag abend gegen die Auswirkungen grosser Staudämme.

Gemäss Peter Bosshard von der Erklärung von Bern haben Staudämme mindestens 30-60 Millionen Menschen zur Umsiedlung gezwungen und ins Elend gestürzt. Sie sind oftmals "Monumente der Misswirtschaft und Korruption". Die Kraftwerkbauer beteuert zwar, Lehren aus der Vergangenheit gezogen zu haben. Angesichts zerstörerischer Projekte wie Ilisu in der Türkei, Drei Schluchten in China und Narmada in Indien sieht die Praxis aber weiterhin anders aus.

Gemäss National- und Europarätin Ruth-Gaby Vermot ist das Ilisu-Projekt am Tigris ein aktuelles Beispiel für die zerstörerische Wirkung von Mammutkraftwerken. Der Damm wird bis zu 78'000 Menschen entwurzeln und die Malaria in der Region verbreiten. Er verletzt das Völkerrecht und wird die Spannungen zwischen der Türkei und den Nachbarländern Irak und Syrien anheizen. Der Bundesrat will das Projekt mit einer Exportrisikogarantie von rund 400 Millionen Franken unterstützen.

Die Erklärung von Bern und FEKAR lehnen den Bau von Ilisu und von weiteren zerstörerischen Grosskraftwerken ab. Sie fordern, dass die Probleme der bisherigen Mammutprojekte gelöst werden, bevor neue Staudämme gebaut werden. Betroffene Bevölkerungsgruppen sollen zudem das Recht erhalten, über die Projekte mitzuentscheiden. Schliesslich soll die staatliche Exportrisikogarantie auf die Finanzierung von Ilisu verzichten und nur noch umwelt- und menschenrechtsverträgliche Projekte unterstützen.

Die "Hydro 2000", eine grosse internationale Konferenz der Kraftwerkindustrie, findet am 2.-4. Oktober in Bern statt. Rund 500 Delegierte aus 45 Ländern diskutieren darüber, wie sie grossen Wasserkraftwerken eine Zukunft sichern können. Unter den mehr als 100 Rednern befinden sich keine Vertreterinnen oder Vertreter von Umwelt-, Entwicklungs- oder Menschenrechtsorganisationen.

Die Demonstration der Erklärung von Bern und von FEKAR findet am 2. Oktober um 18.30-20 Uhr an der Rathausgasse in Bern statt. Mit Kurzansprachen von Peter Bosshard (Erklärung von Bern), Ruth-Gaby Vermot (National- und Europarätin, SP), und FEKAR.

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