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Leere Stühle: Kleiderproduktion bei Chicorée, Yendi und Zebra bleibt im Dunkeln

30. Oktober 2008

Die meisten Modefirmen geben inzwischen Auskunft über ihre Zulieferer und deren Arbeitsbedingungen. Nicht so drei Schweizer Billigproduzenten: Chicorée, Yendi und Zebra hüllen sich trotz mehrmaligen Nachhakens in Schweigen. Zum Abschluss ihrer Kampagne „Revolution in der Modebranche“ haben die Erklärung von Bern (EvB) und die Clean Clothes Campaign (CCC) die drei Schlusslichter im neuen EvB-Firmenranking eingeladen, die über 21’000 Petitionsunterschriften für faire Mode öffentlich in Empfang zu nehmen. Ihre Stühle an der Zürcher Bahnhofsstrasse blieben allerdings leer.

Die VertreterInnen der EvB/CCC warteten heute vergeblich auf die Geschäftsleitungen von Chicorée, Yendi und Zebra. Als einzige von 23 untersuchten Schweizer Modeunternehmen haben diese drei Firmen trotz wiederholten Versuchen nicht auf die aktuelle Befragung durch EvB und CCC reagiert. Deren Ergebnisse sind im Heft „Fair Fashion? Schweizer Modefirmen im Vergleich“ greifbar, die anlässlich des Abschlusses der Kampagne „Revolution in der Modebranche“ in Zürich präsentiert wurde. An PassantInnen auf der Zürcher Bahnhofstrasse wurde bei der heutigen Aktion zudem ein gleichnamiger Taschen-Shopping-Guide verteilt.

Die Firmenbefragung 2007-2008 fokussiert erstmals auf Firmen mit Sitz in der Schweiz. Das Resultat fällt ernüchternd aus: Nur gerade zwei Modeunternehmen erhalten das Prädikat „Vorreiter“ und werden damit von EvB und CCC als vorbildlich eingestuft. Die meisten Anbieter befinden sich im Mittelfeld: 12 der 23 untersuchten Modeunternehmen anerkennen zwar eine gewisse Verantwortung, setzen ihre Produktionsstandards aber nur mangelhaft um. Diese „Mitläufer“ müssen umdenken und statt auf blosses Risikomanagement auf echten ethischen Fortschritt setzen. Auch „Ignoranten“ gibt es zahlreiche: Nicht weniger als 9 Firmen glänzen durch Intransparenz, was auf skandalöse Arbeitsbedingungen schliessen lässt. Denn Unternehmen, die keinerlei Massnahmen dokumentieren und ihre Beschaffungsstruktur verheimlichen, muss man annehmen, dass dahinter nichts Gutes steckt.

Mehr als 21`000 Personen haben zwischen April und Oktober die Petition für faire Mode unterschrieben. Damit fordern die Schweizer KonsumentInnen die Modefirmen auf, Sozialstandards gemäss dem CCC-Kodex anzuerkennen und umzusetzen, ihr Bio- und Fairtrade-Angebot auszubauen, ihre Beschaffungs- und Preispolitik an Umwelt- und Sozialstandards anzupassen, transparent über ihre Zulieferer und deren Arbeitsbedingungen zu berichten und all diese Massnahmen von der Verifizierungsstelle Fair Wear Foundation (FWF) verifizieren zu lassen. Die Kampagne zeigte bereits Wirkung: Mit dem FWF-Beitritt von Mammut und Odlo Anfang Oktober unternehmen zwei der andressierten Firmen entscheidende Schritte in die richtige Richtung.

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