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Malaysia verbietet das Syngenta-Pestizid Paraquat

20. September 2002

Zürich und Penang, 20.09.2002 - Nichtregierungsorganisationen begrüssen den Entscheid der Regierung von Malaysia, die Verwendung von Paraquat zu verbieten. Der wegweisende Beschluss wurde an der Kabinettssitzung vom 27. August 2002 gefällt, jedoch erst gestern in den Medien Malaysias publiziert. Nach diversen europäischen Staaten ist Malaysia das erste Land Süd-Ost-Asiens, welches das umstrittene und gesundheitsschädliche Produkt aus dem Verkehr zieht. Malaysia kommt dabei einer Forderung von NGOs nach, welche den weltweiten Verzicht von Paraquat, dem wichtigsten Produkt des Schweizer Agrokonzerns Syngenta, fordern.

Die Regierung begründete das Verbot damit, dass es kosteneffizientere und weniger gefährliche Produkte auf dem Markt gibt. Ab sofort werden keine neuen Paraquat-Produkte mehr zugelassen. Die bereits registrierten Produkte, z.B. Gramoxone von Syngenta, werden schrittweise aus dem Verkehr gezogen. In Malaysia wurde Paraquat insbesondere in den ausgedehnten Ölpalm-Plantagen verwendet. «Wir begrüssen den längst überfälligen Entscheid der Regierung, dieses Gift zu verbieten. Jetzt muss ein weltweites Verbot von Paraquat folgen» sagte Sarojeni V. Rengam, Geschäftsführerin des Pesticide Action Network Asia Pacific.

Paraquat, von Syngenta unter dem Markennamen Gramoxone im Verkauf, ist mit einem jährlichen Umsatz von 430 Millionen Dollar (sieben Prozent des Gesamtumsatzes), das wichtigste Produkt des Schweizer Agrokonzerns. Bezugnehmend auf die internationale NGO-Kampagne die den Produktionssstop von Paraquat fordert, hat Syngenta gegenüber Analysten der Deutschen Bank noch im Mai dieses Jahres behauptet, dass es unwahrscheinlich sei, dass Behörden Paraquat aus dem Markt verbannen werden.

Die mangelnde Sensitivität von Syngenta wird mittlerweilen durch fortschrittlichere Agrarproduzenten korrigiert. George Jaksch, Director Corporate Responsibility und Public Affairs von Chiquita sagte gegenüber der Erklärung von Bern: «Im Rahmen des Better Banana Project versucht Chiquita die Sicherheit der ArbeiterInnen und den Schutz der Umwelt auf ihren Plantagen zu verbessern. Da wir diese Ziele ernst nehmen, haben wir Produkte wie Paraquat aus unseren Plantagen verbannt». Auch das Netzwerk der Fairtrade Labelling Organizations hat den Gebrauch von Paraquat für zertifizierte Betriebe verboten.

Trotz dieser Zeichen hält Syngenta unbeirrt am Produkt fest. An der Halbjahreskonferenz im letzten August hat der CEO Michael Pragnell nochmals die Sicherheit des Produktes beteuert und auf die dessen Wichtigkeit, z.B. für chinesische Subsistenzbauern hingewiesen. Eine andere Meinung vertritt in dieser Frage Prof. Klaus Leisinger, bis zum 1. September 2002 Geschäftsführer der Syngenta Stiftung für nachhaltige Entwicklung. In einem Brief an die Erklärung von Bern hat Klaus Leisinger festgehalten, dass er das « ... Unbehagen über den sicheren Umgang mit Paraquat unter Bedingungen kleinbäuerlichen Arbeitens in Entwicklungsländern teile».

Die internationale NGO-Koalition* fordert von Syngenta weiterhin den Produktionsstop von Paraquat. Um dieser Forderung Nachdruck zu verschaffen wurde auf der Website der Erklärung von Bern am Mittwoch eine Email-Kampagne gestartet, welche Heinz Imhof, den Verwaltungsratspräsidenten von Syngenta, zum Handeln aufruft.

* Erklärung von Bern (Schweiz), Banafair e.V. (Deutschland); Bio Suisse (Schweiz); Central American Institute for Studies on Toxic Substances (Costa Rica), Fédération genevoise de coopération (Schweiz); Foro Emaus (Costa Rica); Swedish Society for Nature Conservation; Pesticide Action Network Asia Pacific; Pesticide Action Network Germany; Pesticide Action Network Latin America (RAP-AL); Pesticide Action Network North America; Pesticide Action Network UK; Red de Accion sobre Plaguicidas y Alternativas en México (RAPAM)

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