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Neues Afrikabild in unseren Schulbüchern: Workshop mit LehrerInnen aus Senegal und der Schweiz

16. August 2001

Zürich, 16.08.2001 - Anlässlich der Worlddidac 1998 in Basel, welche dem Thema ‚Africa-Europe - Dialogue on Education’ gewidmet war, diskutierten unter der Leitung des Kinderbuchfonds Baobab Lehrkräfte aus Kenia, Mali, Senegal und der Schweiz darüber, welche Bilder von Afrika, bzw. Europa in schweizerischen, bzw. afrikanischen Geschichts- und Geographiebüchern vermittelt werden.

Das Urteil der AfrikanerInnen über die Darstellung von Afrikas Geschichte und Geographie in Schweizer Lehrmitteln fiel, ausser einem Lob für die didaktische Vorgehensweise, ernüchternd aus: die Texte wurden als eurozentrisch, sexistisch und undifferenziert bezeichnet. Afrika wird als geschichtsloser Kontinent dargestellt und den Schülerinnen und Schülern wird suggeriert, dass die afrikanische Geschichte erst mit dem Vordringen der Weissen und des Kolonialismus beginnt. Es wurde angeregt, die Ergebnisse der Gespräche in die Konzeption eines Lehrmittels zur Geschichte und Geographie Afrikas einfliessen zu lassen, welches den Bedürfnissen in Afrika wie auch in Europa gerecht wird. Ein solches Lehrmittel wäre zusätzlich ein Beitrag zur interkulturellen Verständigung zwischen Afrika und Europa, welche durch den Geschichts- und Geographieunterricht geleistet werden könnte.

Interkulturelle Zusammenarbeit für ein neues Lehrmittel
An einem Folge-Workshop, der als Begleitveranstaltung zum Festival Afrika in Basel - Basel in Afrika konzipiert wurde, werden drei Lehrkräfte aus Senegal sowie Lehrerinnen und Lehrer aus der Schweiz diskutieren, welchen inhaltlichen, didaktischen und formalen Kriterien ein Geschichts- und Geographielehrmittel gerecht werden muss, damit es sowohl im Senegal wie auch in der Schweiz im Unterricht verwendet werden kann. Die beteiligten Lehrkräfte aus Basel stammen aus den Gymnasien Bäumlihof, Kirschgarten und Leonhard. Das Ziel ist es, eine neuartige, interkontinentale Zusammenarbeit in der Lehrmittelproduktion zu etablieren. Ein Lehrmittel, welches zugleich afrikanischen und europäischen Ansprüchen gerecht wird, wäre nicht zuletzt ein Mittel, um antiquierte Geschichtsbilder zu revidieren und auf diesem Weg Falschinformationen über fremde Kulturen abzubauen. Das Vorhaben trägt so im besten Sinne zu einem interkulturellen Austausch bei. Im Anschluss an den Workshop werden die senegalesischen Lehrkräfte in Basler Schulen unterrichten. Im Mai 1998 hatten sie in verschiedensten Schulen in der ganzen Schweiz unterrichtet und dabei einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die unterrichteten SchülerInnen konnten viele Vorurteile über Afrika auf direktem Weg abbauen und die unterrichtenden LehrerInnen gewannen einen Eindruck in die schweizerische Schulgebung.

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