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NGOs in Davos bilanzieren: «Keine Lehren aus Seattle»

1. Februar 2000

Davos, 01.02.2000 - Fünf Tage nach der Lancierung des Projektes „The Public Eye on Davos“ zieht die entwicklungspolitische Organisation Erklärung von Bern (EvB) eine erste Bilanz. Diese fällt positiv aus. Das Verhältnis zum Weltwirtschaftsforum muss jedoch überdacht werden.

Mit dem neu lancierten Projekt „the Public Eye on Davos“ forderten Entwicklungs- und Umweltorganisationen (NGOs) dieses Jahr zum ersten Mal neue Spielregeln für das Weltwirtschaftsforum. Jetzt zieht die Erklärung von Bern (EvB) eine erste Bilanz.

Zwei Monate nach Seattle war das Medieninteresse am neuen NGO Projekt „The Public Eye on Davos“ überwältigend, bilanziert Jolanda Piniel von der Erklärung von Bern. Mit der Reaktion des Weltwirtschaftsforums ist die EvB-Sprecherin allerdings nicht zufrieden. „Klaus Schwab, Gründer und Präsident des World Economic Forum hat sich bisher nicht zur NGO Kritik und zu den Forderungen an seinem Forum geäussert, die von 150 NGOs aus 39 Ländern unterstützt werden. Falls keine befriedigende Antwort eintreffen sollte, werden wir unsere Strategien und unser Verhältnis zum Weltwirtschaftsforum überdenken“, hielt Piniel fest.

Beim Weltwirtschaftsforum sind trotz des diesjährigen Mottos keine Anzeichen für einen Neuanfang zu erkennen. Zwar waren mehr NGOs als in früheren Jahren eingeladen. Doch im Vergleich zur Gesamtzahl der geladenen Gäste sind NGOs nach wie vor eine verschwindende Minderheit und werden zudem in den Diskussionen nicht als gleichberechtigte Partner wahrgenommen.

Gleichzeitig haben Tony Blair, Bill Clinton, Ernesto Zedillo und viele andere so genannte „Global leaders“ keine Lehren aus den massiven Protesten gegen die Millenniumsrunde der WTO Seattle gezogen. Sie setzten sich weiterhin für eine ungebremste Liberalisierung des Welthandels ein. Das NGO Projekt „The Public Eye on Davos“ wird neben der Erklärung von Bern von Pro Natura, Friends of the Earth/US und Globalization Challenge Initiative getragen. Gefordert wird Transparenz und eine ausgewogene Vertretung kritischer Stimmen am Weltwirtschaftsforum.

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