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27. April 2004

Basel, 27.04.2004 - Malaysia setzt das Paraquatverbot durch, in Europa rekurrieren Schweden, die Gewerkschaften und NGOs gegen die Zulassung und in Costa Rica wird die Gefährlichkeit des Syngenta-Herbizides von neuem mit klaren Zahlen belegt. All diese Zeichen vermögen Syngenta nicht von der weiteren Propagierung des Produktes abzubringen. Auch an der heutigen Syngenta-Generalversammlung, bei welcher die Erklärung von Bern von der Konzernleitung erneut den Rückzug des Produktes forderte, stellte sich der Schweizer Agronkonzern taub. Der Ruf der Firma wird durch diese sture Haltung Schaden nehmen.

An der ersten Generalversammlung von Syngenta vor zwei Jahren, wurde der Aufruf eines malaysischen Palmölarbeiters verlesen, der vom Basler Konzern den Rückzug von Paraquat forderte. Syngenta handelte nicht. Reagiert hat dafür die Malaysische Regierung, die ein Paraquatverbot aussprach. Im letzten September lief die Registrierung für das Syngenta-Produkt aus. Ein Freudentag für alle betroffenen Palmölarbeiterinnen. Trotz immensen Lobby-Tätigkeiten ist es Syngenta nicht gelungen die Regierung in Malaysia umzustimmen.

Der Lobbyismus von Syngenta für das Produkt nimmt zuweilen sonderbare Formen an. Die Lancierung einer neuen, von Syngenta gesponserten Pro-Paraquat Studie wurde in Europa von der Lobbyorganisation Tech Central Station begleitet. Diese Lobbyorganisation gehört zum rechtesten Flügel der US-amerikanischen Politszene. So hat die Lobbyfirma, nachdem der Ölkonzern Exxon als Sponsor beigetreten ist, mit grosser Vehemenz die Klimawissenschaften in Frage gestellt. Ist Syngenta bereits so tief gesunken? Gegen die Re-Registrierung von Paraquat in der EU im letzten Herbst haben die Regierung Schwedens, Gewerkschaften und Umweltorganisationen beim europäischen Gerichtshof Klage eingereicht. Seit einem Jahr setzt sich auch die Internationale Union der Lebensmittel und Landwirtschaftsarbeiter (IUL: Internationale Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften) vermehrt für ein Paraquat-Verbot ein.

"Paraquat hat keinen Platz in einer sozial- und umweltverträglichen Landwirtschaft", erklärte IUL-Generalsekretär Ron Oswald. "Der Gewerkschafts-Dachverband vertritt mit den Landwirtschaftsarbeitern die eigentlichen Anwender von Pestiziden. Wenn sich die eigene Klientele derart vehement gegen ein Produkt wehrt, dann müsste dies Syngenta eigentlich zu denken geben." Dass die Landwirtschaftarbeiter unter Paraquat leiden, wird von einer Studie der Panamerikanischen Gesundheitsorgansiation mit Zahlen aus Costa Rica unterstrichen. Die Studie belegt, dass bei Vergiftungsfällen mit Pestiziden, Paraquat die traurige Bilanz mit einem Anteil von 19.5% anführt.

Weitere Auskünfte: François Meienberg, Erklärung von Bern: 01 277 70 04 (mobile: 076 404 21 73)

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