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Public Eye brandmarkt Areva sowie Glencore und lobt Hess Natur

22. Januar 2008

Davos, 23.01.2008 - Vor den Toren des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben die Erklärung von Bern (EvB) und Pro Natura wieder die unverantwortlichsten Konzerne des Jahres gekürt. Mit einem Anti-Oskar für besonders übles Firmenverhalten bestraft werden heuer der französische Atommulti Areva und der Zuger Rohstoffriese Glencore. Areva erhält zudem einen per Internet-Abstimmung ermittelten Publikumsschmähpreis. Über den „Public Eye Positive Award“ freut sich der deutsche Ökotextilversand Hess Natur. In seiner Eröffnungsrede hat Nationalrat Bastien Girod richtungsweisende Ideen zur staatlichen Förderung des politischen Konsumenten lanciert.

 Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus aller Welt haben wiederum rund 40 in- und ausländische Konzerne für einen der drei „Public Eye Awards“ nominiert. Die zwei Negativ-Preisträger stehen exemplarisch für all jene WEF-Mitglieder und Grossunternehmen, deren soziale und/oder ökologische Vergehen die Schattenseiten einer rein Profit orientierten Globalisierung aufzeigen. Mit dem „Positive Award“ wird dagegen eine vorbildliche Unternehmensinitiative ausgezeichnet.Den „Public Eye Global Award“ kassiert der Nuklearkonzern Areva S.A. Das französische Staatsunternehmen baut im Norden Nigers unter skandalösen Bedingungen Uran ab. Minenarbeiter werden nicht über Gesundheitsrisiken informiert und Analysen zeigen Kontaminationen von Luft, Wasser und Boden. In seiner Laudatio spricht Almoustapha Alhacen, Präsident der lokalen Betroffenenorganisation Aghirin’man, denn auch von „suspekten Todesfällen unter den Arbeitern, verursacht durch radioaktiven Staub und verseuchtes Grundwasser“.Gewinnerin des „Public Eye Swiss Award“ ist Glencore. Die im Steuerparadies Zug ansässige Rohstoffgruppe operiert so intransparent wie skrupellos. In Kolumbien verursachen Glencores Kohleminen massive Umweltverschmutzungen und Gesundheitsschäden bei der Bevölkerung. Zudem verhält sich das umsatzstärkste Schweizer Unternehmen äusserst gewerkschaftsfeindlich. Nominiert wurde es von Funtraenergetica, der dortigen Gewerkschaft des Energie- und Bergbausektors. Deren Jurist Sergio Beccera Moreno berichtet in Davos von Verletzungen der Vereinigungsfreiheit, paramilitärischen Ausbildungscamps auf dem Minengelände und permanentem Sozialdumping.Den „Public Eye Positive Award“ geht an Hess Natur für ein gemeinsam mit Helvetas durchgeführtes Biobaumwoll-Projekt in Burkina Faso. Delphine Zoungrana, Verantwortliche für Biolandbau der Union Nationale des Producteurs de Coton du Burkina, wünscht sich „mehr solche Initiativen für gerechten Lohn und giftfreie Landwirtschaft, damit einmal alle Menschen in Würde leben können.“Erstmals vergeben wurde der „Public Eye People’s Award“. Mit über der Hälfte aller 12’000 abgegebenen Stimmen „siegt“ in dieser Publikumswertung ebenfalls Areva, gefolgt von Bayer CropScience und Glencore. Die neue Kategorie und das klare Votum zeigen, wie nahe das Public Eye sein Ohr am Volk hat.Mit dem Public Eye schaffen die Erklärung von Bern (EvB) und Pro Natura seit dem Jahr 2000 vor Ort eine Gegenöffentlichkeit zum WEF. Die beiden NGO sind überzeugt, dass es direkten Druck braucht, um Konzerne zu respektvollem Umgang mit Mensch und Natur zu bewegen. Konkret fordern sie rechtlich verbindliche internationale Regeln zur Unternehmensverantwortung.

Weitere Infos (inkl. Bastien Girods Rede) auf www.evb.ch/publiceye oder bei:

  • Oliver Classen, Erklärung von Bern, Tel. +41 (0)76 334 25 42, publiceye[at]evb.ch
  • Sonja Ribi, Pro Natura, Tel. +41 (0)79 216 02 06, sonja.ribi[at]pronatura.ch
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