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Schlechtes Zeugnis für die Credit Suisse nach zwei Jahren Equator Principles

7. Juni 2005

Zürich, 07.06.2005 - Erste Schritte mit zwei Jahren. Anfang Juni 2003 unterzeichneten eine Reihe von führenden Banken, darunter auch die Credit Suisse, die so genannten «Equator Principles». Damit verpflichteten sie sich, bei Projektfinanzierungen auf die Schonung der Umwelt zu achten sowie Rechte und Lebensgrundlagen der betroffenen Bevölkerung zu respektieren. Ein Report, der die Auswirkungen der «Equator Principles» nach zwei Jahren analysiert, stellt der Credit Suisse ein schlechtes Zeugnis aus.

BankTrack, ein internationales Netzwerk von Nicht-Regierungsorganisationen, zu deren Gründungsmitgliedern die Erklärung von Bern gehört, stellt zum zweiten Jahrestag der Unterzeichnung der Equator Principles grosse Unterschiede in der Umsetzung fest. Während einige Banken Abläufe verändern, Personal einstellen, ausführlich Bericht erstatten und die Prinzipien grosszügig anwenden, gibt es andere Banken, die lediglich eine Notiz auf ihrer Webseite platziert haben.

Die Credit Suisse gehört zu denjenigen Banken, die völlig unzureichend über die Implementierung der Equator Principles berichten. Fehlende Transparenz über die Umsetzung und ungenügendes Reporting über geprüfte, akzeptierte und abgelehnte Projekte untergraben die Glaubwürdigkeit der Prinzipien.

Ebenso liegt Credit Suisse bei der Umsetzung selbst hinter den führenden Banken zurück. Die glaubwürdige Umsetzung der Equator Principles geht nicht mit «business as usual» zusammen. Dazu braucht es neue Abläufe, Standards und Instrumente sowie spezialisiertes Personal. Es reicht nicht, lediglich die Mitarbeiter über die Equator Principles zu informieren und zu trainieren.

Die führenden Equator Banken machen vor, in welche Richtung die Credit Suisse gehen sollte. Einige wenden die Equator Principles auch für Geschäfte ausserhalb der vorgesehenen Projektfinanzierungen an, beispielsweise für Geschäftskredite oder Beratungsmandate. Andere haben zusätzlich detaillierte Standards für sensilble Bereiche wie Wald, Wasser oder Bergbau eingeführt.

Die Equator Principles können nur dann eine Erfolgsgeschichte werden, wenn sich für die Betroffenen von Grossprojekten und für die Umwelt greifbare Verbesserungen ergeben. Auch hier hat die Credit Suisse noch einen weiten Weg zu gehen. Sie spielt eine Schlüsselrolle in einem der kontroversesten Projekte derzeit: Dem Ausbau der Öl- und Gasförderung auf der ostsibirischen Insel Sachalin. Dieses Projekt könnte zum Aussterben des Westpazifischen Grauwals führen und es wird verheerende Auswirkungen auf die Lebensweise der indigenen Völker Sachalins haben. Für BankTrack steht das Sachalin Projekt in klarem Widerspruch zu Geist und Buchstaben der Equator Principles.

 

 

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