Navigationspfad

Zurück zur Übersicht

Stopp "Toxanella"! EvB fordert Ächtung der Syngenta-Tomate

5. Juni 2010

Basel/ Zürich, 05.06.2010 - Mit einer Strassenaktion in Basel lanciert die Erklärung von Bern (EvB) heute ihre Kampagne gegen die Toscanella-Tomate des Agrochemiekonzerns Syngenta. Mit dem Kauf dieser Sorte unterstützen die Konsumierenden unwissentlich die skrupellose Firmenpolitik des weltgrössten Pestizidproduzenten – mit Todesfolgen in Entwicklungsländern. Die EvB fordert deshalb auf, die „Toxanella“ im Regal liegen zu lassen und nach Tomaten zu Fragen, deren Saatgut nicht von Syngenta stammt.

EvB-Aktivisten begrüssten die Coop-Kunden am Aeschenplatz in Basel heute Morgen mit einer gigantischen Fruchtschale. Deren Inhalt: eine Tomate der Marke Toscanella und ein Giftfass mit Syngenta-Logo. Denn die „Toxanella“ ist keine normale Tomate. sondern eine Marke des Basler Agrochemiekonzerns. Doch diese Information wird den Coop-Kundinnen vorenthalten, denn sie wäre gewiss nicht verkaufsfördernd. Schliesslich haben Agrokonzerne wie Syngenta oder Monsanto schon länger einen schlechten Ruf.

Das Reputationsproblem von Syngenta gründet in einem seiner wichtigsten Produkte, dem umstrittenen Unkrautvertilgungsmittel Paraquat. Das Herbizid – in der Schweiz nicht umsonst seit über 20 Jahren verboten – führt in Schwellen- und Entwicklungsländern jährlich zu Zehntausenden von Vergiftungen und Tausenden von Toten. Im Wissen, dass Paraquat in vielen südlichen Staaten nicht korrekt benutzt werden kann, forciert Syngenta dort dennoch systematisch den Verkauf seines hochtoxischen Blockbusters.

Die Lancierung von Marken wie Toscanella zeigt zudem, dass sich Syngenta nicht mehr mit dem Verkauf von Pestiziden und Saatgut an Bauern begnügt, sondern dabei ist die Kontrolle über den vollen Lebenszyklus von der Aussaat bis ins Verkaufsregal zu übernehmen. Beim Saatgut überwachen mittlerweile drei Konzerne (Syngenta, Monsanto und Dupont) 40 bis 50 Prozent der weltweiten Produktion. Durch die Kontrolle der ganzen Wertschöpfungskette bis in den Supermarkt wird diese unheimliche Marktkonzentration weiter ausgebaut.

„Unsere gesamte Nahrungsmittelproduktion wird immer abhängiger von wenigen Konzernen. Das ist weder im Interesse der Konsumierenden noch der Bauern. Es braucht endlich griffige Massnahmen, die diese fatale Entwicklung stoppen“ sagt EvB-Landwirtschaftsexperte François Meienberg. Deshalb wendet sich die EvB zusammen mit der Stiftung für Konsumentenschutz in einem offenen Brief an die Schweizer Detailhändler und fordert von diesen mehr Produkttransparenz und konkrete Massnahmen gegen die gefährliche Konzentration im Saatgutmarkt.

Zurück zur Übersicht