Navigationspfad

23. April 2012

Zürich, 23.04.2012 - Am Vortag der Generalversammlung empfiehlt die 130 institutionelle Investoren umfassende Stiftung Ethos den Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung von Syngenta die Entlastung zu verweigern. Der Grund dafür ist der unverantwortliche Verkauf des Pestizids Paraquat in Entwicklungsländern, wo das Produkt viele Vergiftungsfälle verursacht. In die gleiche Kerbe schlägt der vor wenigen Tagen von der Bank Pictet publizierte Bericht zum Dialog mit Syngenta, der betreffend Paraquat eine radikale Änderung der Konzernstrategie verlangt.

Der von Ethos im Auftrag von Pictet Asset Managment verfasste „Report on the Sustainability Dialogue with Syngenta“ beschreibt das Umfeld für die weitere Produktion und Vermarktung von Paraquat (Markenname Gramoxone) als „sehr ungünstig“. Dies insbesondere in Entwicklungsländern wo die Bedingungen für die sichere Anwendung selten erfüllt würden. Syngentas Programme zur Gewährleistung einer sicheren Anwendung seien gescheitert. Ethos‘ Empfehlung an Pictet lautet, das Syngenta-Engagement nur weiterzuführen, wenn der Konzern weltweit eine Strategie mit dem Ziel von „zero misuse“ einführt.


Das Produkt soll nur noch an Anwender abgegeben werden dürfen, die nach US-amerikanischem Vorbild vollständig mit der dafür notwendigen Schutzkleidung ausgerüstet wurden. Nach den Felderfahrungen der Erklärung von Bern (EvB) ist diese Forderung für Syngenta jedoch nur umsetzbar, wenn auf den Verkauf von Paraquat in den allermeisten Ländern generell verzichtet wird. Ein Festhalten am Produkt wird das Reputationsproblem für Syngenta noch vergrössern.

Bereits in einem früheren Bericht für Pictet hatte Ethos festgehalten: “The company, while still insisting on the safety of Graxomone, implicitly recognizes that it has lost the communication combat and admits it has to face significant challenges in terms of reputation.” t is Ethos’ belief that the Paraquat compound does not meet investor expectations, not only in terms of sustainability but also in terms of commercial, regulatory and reputational risks.”

Das Paraquat nur die Spitze des Eisberges der Pestizidproblematik darstellt, zeigt die neue EvB-Dokumentation „Pestizide – Vom Schaden der Schädlingsbekämpfung“. Von Politik und Medien bislang kaum beachtet, werden Millionen von Menschen vergiftet, sei dies direkt bei der Anwendung von Pestiziden oder durch chronische Folgeschäden wie Krebs oder Parkinson. Langlebige organische Schadstoffe und hormonell wirksame Stoffe haben eine verheerende Wirkung auf Mensch und Natur – auch noch Jahrzehnte nach ihrer Ausbringung.

Zurück zur Übersicht