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Syngentas Gentech-Strategie unter Beschuss

27. April 2004

Zürich, 27.04.2004 - An der GV von Syngenta sind dem CEO Michael Pragnell heute mehrere Protestschreiben asiatischer Bauern-, Umwelt- und Indigenenorganisationen übergeben worden. Sie stellen klar, dass Gentech-Lösungen, wie sie Syngenta propagiert, das Hungerproblem nicht beheben, sondern vielmehr eine Bedrohung der Artenvielfalt und der Souveränität der Bauern darstellen. Von Syngenta fordern sie deshalb eine Abkehr von dieser Hochrisiko-Technologie. SWISSAID, die Erklärung von Bern und Greenpeace nehmen das Internationale Jahr des Reises zum Anlass, gemeinsam und mit besonderem Nachdruck auf die Gefahren des Einsatzes von gentechnisch veränderten Reissorten hinzuweisen.

Bereits anlässlich ihrer Gründung im Herbst 2000 machte Syngenta klar, dass sie voll auf Gentechnik setzen will. Mit der weltweiten Promotion und dem Verkauf von genmanipuliertem Saatgut und mit Patenten auf Pflanzen und deren Gene hat Syngenta diese Strategie auch in die Tat umgesetzt.
Mit falschen Versprechen wie einer Verringerung des Chemieeinsatzes durch Gentech-Pflanzen und Verunglimpfung des Biolandbaus versucht Syngenta weltweit, vor allem im Süden, Landwirte zu Gentech-Kunden zu machen.

Doch die Bauern in Asien, wo Reis nicht nur Nahrung, sondern Leben an sich bedeutet, lassen sich nicht so einfach über den Tisch ziehen. Aus Anlass des Internationalen Jahr des Reises haben sie offene Protestbriefe an den CEO von Syngenta verfasst.

Die Protestschreiben von rund 30 asiatischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die dem CEO von Syngenta durch die Greenpeace-Vertreterin an der GV übergeben wurden, sprechen Klartext. Syngenta wird vorgeworfen, dass sie aus den Fehlern der «grünen Revolution» nichts gelernt hat. Dass Syngenta die Gentechnik in Europa als Heilmittel gegen den Hunger zu verkaufen versucht, beurteilen die Bauernvertreter als eine schamlose Marketingparole, welche von keinen wissenschaftlichen Daten gestützt werden kann. Anstatt weiter auf gefährliche Technologien zu setzen, die bloss der Marktkontrolle durch den Agrokonzern dienen, soll Syngenta, die von ihr und ihren Vorgängerfirmen in Asien angerichteten Schäden bestimmen und die Bauern entschädigen. Bauern und Bäuerinnen werden ihren Widerstand gegen ein globales Landwirtschaftssystem, das Gewinne für Konzerne wie Syngenta auf Kosten der Armen hervorbringt, im Rahmen einer asienweiten People’s Caravan für Nahrungssouveränität im kommenden September vielfältig artikulieren.

In der Schweiz werden SWISSAID, die Erklärung von Bern und Greenpeace weiterhin auf die Gefahren und Risiken der Gentechnologie hinweisen und sich für die Förderung ökologischer und lokal angepasster Alternativen im Landbau einsetzen.

Weitere Auskünfte:   

  • Marianne Kuenzle, Greenpeace: 079 410 76 48 oder Medienstelle 01 447 41 11;  
  • François Meienberg, Erklärung von Bern: 01 277 70 04 oder (mobile: 076 404 21 73);  
  • Caroline Morel, SWISSAID, 031 350 53 50
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