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5. April 2002

Zürich, 05.04.2002 - Eine Konferenz der Vereinten Nationen bietet nächste Woche die entscheidende Möglichkeit, die Terminator-Technologie zu bannen, bevor sie auf die Felder der Bauern gelangt. ETC Group, die Erklärung von Bern und Action Aid rufen die Delegierten der 6. Konferenz der Vertragsstaaten (COP6) der Biodiversitätskonvention (CBD) auf, den weltweiten Meinungskundgebungen Gehör zu schenken und die Kommerzialisierung von Nutzpflanzen, die sterile Samen produzieren, zu stoppen.

Die NGOs weisen darauf hin, dass Saatgutkonzerne wie Delta-Pine Land (USA) beabsichtigen, Terminator-Pflanzen zu kommerzialisieren, und dass die weltweit grössten Agrochemiekonzerne und Saatguthersteller die Entwicklung von Technologien zur chemischen Kontrolle der Pflanzenfruchtbarkeit fortführen und weiterhin Patente anmelden. Terminatorpflanzen sollen Bauern davon abhalten, Saatgut aus der letzten Ernte für die nächste Aussaat aufzubewahren und sie zwingen bei den Agrokonzernen jedes Jahr neues Saatgut einzukaufen. Da weltweit 1,4 Milliarden Menschen, mehrheitlich arme Bäuerinnen und Bauern in den Ländern des Südens, von der Wiederverwendung des eigenen Saatgutes abhängen, wird diese Technologie als höchst unmoralisch zurückgewiesen.

Die Terminator-Technologie ist ein direkter Angriff gegen Bauern und indigene Gemeinschaften. Sie bedroht das Wohlergehen der ganzen ländlichen Bevölkerung, in erster Linie jenes der ärmsten Bevölkerungsschichten. Die Terminator-Technologie wurde weltweit von Organisationen der Zivilgesellschaft verurteilt, von landwirtschaftlichen Forschungsinstituten zurückgewiesen und von UN-Organsiationen missbilligt, unter anderem von Dr. Jacques Diouf, Generaldirektor der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO). Indien, Panama und Ghana haben Massnahmen eingeleitet, um die Technologie zu verbieten.

„Die CBD muss die Terminator-Technologie stoppen bevor sie auf die Felder gelangt“, fordert Hope Shand, wissenschaftliche Leiterin der ETC Group. „Die Terminator-Technologie ist noch lange nicht tot. Um die Rechte der Bauern und die Ernährungssicherheit zu schützen, muss sie an der Konferenz in Den Haag verboten werden.“ Nach breiten öffentlichen Protesten versprachen Monsanto und Syngenta die Terminator-Technologie nicht zu kommerzialisieren. „Doch die multinationalen Agrokonzerne haben die Technologie immer weiterentwickelt und Syngenta hat noch am 13. September 2001 ihr bisher letztes Terminator-Patent angemeldet“, sagt François Meienberg von der Erklärung von Bern. DuPont hat noch am 2. Oktober 2001 ein neues Patent erhalten.

Bauernorganisationen und Organisationen der Zivilgesellschaft, lehnen das Argument ab, die Terminator-Technologie habe eine wichtige Funktion, um den Gen-Fluss modifizierter Gene zu verwandten Pflanzen zu verhindern. „Die Terminator-Technologie als Mittel für die Biosicherheit zu verkaufen ist ein Scheinargument“, sagt Hope Shand. „das oberste Ziel von sterilen Samen ist nicht Biosicherheit oder landwirtschaftlicher Nutzen, sondern die Abhängigkeit der Bauern.“

Die Organisationen fordern von der CBD auch strengere Restriktionen zu den „süchtigen“ Pflanzen der sogenannten Genetic Use Restriction Technologies (GURTs). GURTs sind Gentech-Pflanzen, bei denen Eigenschaften wie das Immunsystem oder die Keimfähigkeit mit chemischen Mitteln ein- und abgeschaltet werden kann. „Terminator und GURTs widerlegen klar die Idee, dass Gentech-Pflanzen dazu entwickelt werden um die hungernde Bevölkerung zu ernähren“, sagt Alex Wijeratna, Kampagnenkoordinator von Action Aid.

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