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«The Public Eye Awards» zeigen Wirkung

12. Januar 2006

Zürich und Basel, 12.01.2006 - Am Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums (WEF) verleihen die Erklärung von Bern und Pro Natura zum zweiten Mal ihre «Public Eye Awards» für besonders unverantwortliches Konzernverhalten. Nominiert sind gut 20 in- und ausländische Konzerne in den Kategorien Umwelt, Soziales und Steuern. Erstmals wird zudem ein «Positive Award» vergeben. Moderator der Preisverleihung in Davos ist der bekannte Schauspieler und Satiriker Patrick Frey.

Als zeitgleiche und einzig echte Alternative zum WEF ist das seit 2000 jährlich durchgeführte «Public Eye» bereits eine Institution. Die Awards-Zeremonie vom 25. Januar 2006 eröffnet die Berner Publizistin und Alt-Nationalratspräsidentin Dr. Gret Haller mit einer Rede zum Thema Unternehmensverantwortung.«Unsere symbolischen Public Eye Awards sollen die WEF-Mitglieder und andere Konzerne daran erinnern, dass ihnen die Öffentlichkeit auf die Finger schaut. Die Missachtung von Menschen- und Arbeitsrechten werden heute ebenso wenig toleriert wie Umweltsünden und Steuervermeidung», sagt Oliver Classen von der Erklärung von Bern. Für Sonja Ribi von Pro Natura ist klar: «Transnationale Unternehmen müssen verbindlichen internationalen Regeln unterworfen werden, die sie juristisch verantwortlich, rechenschaftspflichtig und vor allem auch haftbar machen.»Die Preise von 2005 zeigten bei ihren Empfängern unterschiedliche Wirkung. Die Schweizer Filiale der für ihre Beihilfe zur Steuervermeidung prämierten Wirtschaftsprüfungsgruppe KPMG International etwa lagerte ihre aggressive Steuerberatung für superreiche Privatpersonen in eine Tochterfirma aus. Und der für seine offene Gasverbrennung in Nigeria «ausgezeichnete» Ölmulti Shell wurde von dortigen Gerichten jüngst zur Einstellung dieser üblen Geschäftspraxis verurteilt.Vergangenen Herbst haben Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt neuerlich über 20 Missetäter für die «Public Eye Awards» nominiert. Darunter sind Unternehmen wie Alcoa, Bayer AG, Chevron Corp., Citigroup Inc., The Coca-Cola Company, FILA, GAP Inc., Nestlé S.A., Novartis und andere Basler Chemiefirmen, Tesco plc, Vattenfall Europe oder The Walt Disney Company. Für die drei Kategorien Umwelt, Soziales (Menschen- rsp. Arbeitsrechte) und Steuern haben die «Public Eye»-Organisatoren jeweils einen Gewinner ermittelt, dessen ökologisches oder gesellschaftliches Fehlverhalten besonders hervorsticht. Ausserdem wird erstmals auch ein «Positive Award» zuerkannt. Weitere Überraschungen sind in Planung.

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