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7. Januar 2004

Zürich und Basel, 07.01.2004 - Die internationale Konferenz «The Public Eye on Davos» findet vom 21.-23. Januar 2004 zum fünften Mal und erneut gleichzeitig zum Jahrestreffen des WEF statt. Die Veranstaltung wird von Mary Robinson, der ehemaligen UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte eröffnet. Organisatoren von «The Public Eye on Davos» sind die Erklärung von Bern, Pro Natura und weitere Nichtregierungsorganisationen (NGO) aus allen Kontinenten. Sie fordern rechtlich bindende Leitplanken für Konzerne statt unverbindliche Partnerschaftsinitiativen zwischen Politik und Wirtschaft wie sie das WEF propagiert.

Im Zentrum der «Public Eye» Konferenz steht das Thema der Unternehmensverantwortung. Während die am WEF vertretenen Wirtschaftsvertreter freiwillige Initiativen wie den UNO Global Compact als Gewähr für verantwortliche Geschäftspraxis darstellen, kritisieren NGOs diese als ungenügend. «Unternehmen, welche den Global Compact unterzeichnet haben, können bei Verstoss gegen dessen sozialen und ökologischen Prinzipien nicht belangt werden: Überprüfungs- und Sanktionsmechanismen fehlen», erklärt Matthias Herfeldt von der Erklärung von Bern. «Freiwillige Initiativen wie der Global Compact reichen für einen wirksamen Umweltschutz nicht aus, sondern müssen durch verbindliche Regeln ergänzt werden», fordert deshalb Miriam Behrens von Pro Natura. «Friends of the Earth hat mit der UNO-Konvention zur internationalen Unternehmensverantwortung einen entsprechenden Vorschlag geliefert». Unternehmensverantwortung äussert sich auch in würdigen Arbeitsbedingungen, welche in ärmeren Ländern, beispielsweise in der Textilindustrie, indes kaum garantiert sind. «Die Einhaltung von Arbeitsstandards kann aber Produktivitätsgewinne erzeugen und ein Wettbewerbsvorteil sein. Ein Mittel dieses Ziel zu erreichen, bilden unabhängige Monitoringsysteme», sagt Stefan Indermühle von der Erklärung von Bern.

Neben Podiumsdiskussionen zu Fragen der Unternehmensverantwortung stehen erstmals auch Workshops speziell für SchülerInnen sowie mit dem Theaterstück von 400asa, «Davos. Eine Expedition ins Gebirge» eine kulturelle Umsetzung der Globalisierungskritik auf dem Programm. Ziel des «Public Eye on Davos» ist es, die Aktivitäten des WEF und seiner Mitgliedsunternehmen kritisch zu begleiten. «Denn das WEF ist keine neutrale Plattform, wo partnerschaftliche Lösungen für globale Probleme gefunden werden können, wie dies das diesjährige WEF-Motto «Partnerschaft für Sicherheit und Wohlstand» suggeriert», stellt Matthias Herfeldt von der Erklärung von Bern fest. «Überdies möchten die beteiligten NGO in Davos eine Gegenöffentlichkeit schaffen, wo sozial- und umweltverträgliche Alternativen zur neoliberalen Globalisierung skizziert werden», wie Miriam Behrens von Pro Natura ausführt.

«The Public Eye on Davos» ist ein Projekt von:
Erklärung von Bern (Koordination), Pro Natura (FoE Schweiz), Friends of the Earth International (FoEI), Asociación Latinoamericana de Organizaciones de Promoción, Corporate Europe Observatory, Focus on the Global South, International South Group Network, Tebtebba Foundation, Women in Development Europe, World Development Movement.

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