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Verlosung der 22 Gewinner durch Massimo Ceccaroni im Basler St. Jakob

4. September 2002

Zürich, 04.09.2002 - Sportartikelfirmen verpassen der FIFA und den Fussballclubs einen Maulkorb. Denn die Millionen von Sponsorenfranken bewirken, dass Sportler nicht über die schlechten Arbeitsbedingungen bei den Markenfirmen reden. Jetzt bricht der frühere FCB-Captain Massimo Ceccaroni das Schweigen und unterstützt zusammen mit 4381 AktivistInnen die Ziele der Clean Clothes Campaign.

Massimo Ceccaroni

Massimo Ceccaroni

Siebzehn Jahre war Massimo Ceccaroni dem FC Basel und damit auch seinen Sponsoren verpflichtet. Im Gegensatz zu aktiven Fussballern darf er jetzt ungehindert seine Kritik an der Sportbekleidungsindustrie formulieren: “Auch als Nati-A-Fussballer hätte ich gewünscht, dass die jungen Leute, die unsere Trikots nähten, unter fairen Bedingungen arbeiten dürfen.” Während der Fussball WM informierte die Clean Clothes Campaign (CCC), getragen von der Erklärung von Bern, Brot für alle und Fastenopfer, über miserable Arbeitsbedingungen bei Fussball-Sponsoren wie Adidas, Nike oder Reebok.

Die langen Arbeitszeiten zwingen die Näherinnen in Indonesien getrennt von ihren Kindern zu leben. Der Lohn reicht nicht für die ganze Familie. Ihre Kolleginnen in El Salvador müssen sich in der Fabrik den Durst mit verseuchtem Trinkwasser löschen. Wie Massimo Ceccaroni sind viele Sportfans über solche Beispiele schockiert. “Ich unterstütze die Kampagne, weil der Fussball die Kinder zu sportlicher Leistung antreiben soll und nicht zum Arbeiten. Dass in der Fussballindustrie auch Kinder ausgebeutet werden, zeugt von der verantwortungslosen Haltung der grossen Markenfirmen”, begründet Massimo Ceccaroni seinen Einsatz für die FAIR-PAY Kampagne. Um die Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie zu verbessern, sammelte die CCC während der WM2002 in Korea und Japan Tausende von Postkarten und Verbesserungsvorschläge für die FIFA. Die 4381 Eingaben verlangen von der FIFA, dass bei ihren Sponsoren und Lizenznehmern soziale Minimalstandards eingehalten und überprüft werden. Als Vorbild könnten die fair produzierten Fussbälle von Claro (Weltläden) und Helvetas dienen. Ceccaroni durfte gestern im Basler St. Jakob 22 Gewinnerinnen und Gewinner erküren, die alle einen signierten, fairen Fussball erhalten.

Beim Weltfussballverband indes herrscht seit der Wahlschlacht ums Präsidium im Mai nach wie vor Katerstimmung. Die neue Equippe war bisher nicht in der Lage, der internationalen CCC einen Gesprächstermin vorzuschlagen und Sepp Blatter‘s Empfang der 4381 Zuschriften zu regeln. Zusammen mit Massimo Ceccaroni setzt die Clean Clothes Campaign auf ein Umdenken beim FIFA-Management: “Ich hoffe, dass die Verantwortlichen der FIFA auf die vielen guten Vorschläge der Leute hören, um die Arbeitsbedingungen bei ihren Sponsoren zu verbessern.”

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