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Verlust durch Steuerflucht: Fünf Mal die Entwicklungshilfe der Schweiz

28. Dezember 2001

Zürich, 28.12.2001 - Was haben Captain Hendrik Witbooi, Policarpa Salavarrieta und Chief Obafemi Awolowo gemeinsam? Sie gehören zu den Lieblingsflüchtlingen der Schweiz, denn die Portraits der drei schmücken die Banknoten von Namibia, Kolumbien und Nigeria. Die Schweiz ist ein erstklassiger Hafen für Gelder aus aller Welt, die dem Fiskus vorenthalten wurden. Ein Drittel der weltweit im Ausland angelegten Gelder von Privatpersonen geht über Schweizer Bankschalter, neunzig Prozent davon wurden im Herkunftsland nicht versteuert.

Unter der Steuerflucht in die Schweiz leiden nicht nur unsere europäischen Nachbarn, die bereits zunehmend Druck auf unser Land aufsetzen. Auch den Ländern des Südens entgehen Jahr für Jahr Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, weil hinterzogenes Geld über Schweizer Banken angelegt wird. Die entwicklungspolitische Organisation Erklärung von Bern (EvB) kürt deshalb die Steuerflucht mit dem Skandalender 2002 zum Skandal des kommenden Jahres.

Nach den Berechnungen der EvB entgehen den Ländern des Südens mindestens fünf Milliarden Dollar an Steuern, das ist fünf Mal mehr als die gesamte Entwicklungshilfe der Schweiz. Die Schweizer Regierung verlangt von den Ländern, die sie im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt, «gutes Regieren». Es ist höchste Zeit, dass sie selbst ihre Hausaufgaben macht, den Steuerhafen Schweiz trockenlegt und die Länder des Südens unterstützt, die Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

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