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Versace gibt nach: Luxuslabel unterstützt internationales Sandstrahlverbot

25. Juli 2011

Zürich, 25.07.2011 - Als Reaktion auf den Protest von Aktivistinnen der Clean Clothes Campaign (CCC) gegen die Weigerung von Versace, die tödliche Sandstrahltechnik offiziell zu verbieten, hat die italienische Modemarke Anfang Juli seine Facebook-Pinnwand gesperrt. Am 20. Juli 2011 aber beugte sich Versace dem öffentlichen Druck und hat angekündigt, die CCC- Forderung nach einem weltweiten Verbot sandgestrahlter Textilprodukte zu unterstützen.

Monatelang hat sich Versace in Schweigen gehüllt und der CCC jeglichen Einblick in seine Produktion verwehrt. Massiv unter Druck kam das Luxuslabel durch die US-amerikanische Internet-Plattform change.org, welche die CCC-Antisandstrahlkampagne verbreitet und eine Petition lanciert hat. Das Löschen kritischer Beiträge und die Sperrung der Facebook-Pinnwand von Versace kam in der Social Media Community schlecht an und hat weitere Proteste und Negativschlagzeilen nach sich gezogen.

Nun hat die Modefirma reagiert und die Unterstützung der CCC-Forderung nach einem weltweiten Bann der Sandstrahltechnik angekündet. Noch ist zwar unklar, wie Versace ein solches Verbot in der eigenen Produktion umsetzen und dessen Einhaltung sicherstellen will. Die EvB/CCC begrüsst diesen ersten Schritt dennoch und wird kritisch beobachten, ob und welche Taten dieser Ankündigung folgen. Währenddessen weigern sich die italienischen Luxusmarken Armani, Dolce & Gabbana und Roberto Cavalli weiter, ein öffentliches Sandstrahlverbot für ihre Produkte zu erlassen.

Pikantes Detail: Diesen Herbst entwirft Versace eine Kollektion für H&M . Der Modekonzern war zusammen mit Levi-Strauss im September 2010 die erste Firma, welche die CCC-Forderung nach einem weltweiten Sandstrahlverbot in der Jeansproduktion unterstützt hat. Gut möglich also, dass Versace in den vergangenen Wochen auch innerhalb der Branche unter Druck kam.

Sandstrahltechnik in der Jeansproduktion
Jeans werden mit der Sandstrahltechnik auf alt getrimmt – mit tödlichen Nebenwirkungen für viele Arbeiter, die innerhalb kurzer Zeit an der unheilbaren Lungenkrankheit Silikose erkranken. Die EvB / Clean Clothes Campaign macht seit Herbst 2010 Druck auf Modeunternehmen und prangert diese Missstände an. Nachdem die Sandstrahltechnik in der Türkei verboten wurde, hat sich die Produktion in Länder wie Bangladesch, China und nach Nordafrika verlagert. Zahlreiche Markenfirmen, darunter C&A, Esprit, H&M, Levi-Strauss, Mango, Replay, Vero Moda und zuletzt auch die deutschen Modeketten New Yorker und Orsay haben öffentlich ein Sandstrahlverbot für ihre Jeansprodukte erlassen.

Die Clean Clothes Campaign (CCC) setzt sich für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie ein. Sie unterhält nationale Kampagnen in 15 europäischen Ländern und ein Netzwerk von 250 Organisationen weltweit. In der Schweiz wird die CCC-Arbeit von der Erklärung von Bern koordiniert und von 19 nationalen NGO mitgetragen.


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