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Volcafé spart Steuern auf Kosten der Entwicklungsländer

21. April 2004

Zürich, 21.04.2004 - Wie die Rundschau heute berichtet, prellte die Volcafé Holding mit Hilfe einer Offshore-Briefkastenfirma unzählige Produzentenländer und die Schweiz, um Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Dies wird aus Dokumenten, die der Erklärung von Bern zugespielt wurden, sichtbar. Die Erklärung von Bern verurteilt dieses Vorgehen und fordert von allen Beteiligten im Kaffeehandel Massnahmen für eine korrekte Steuerpraxis.

Volcafé, der zweitgrösste Kaffeehändler der Welt und Teil der bankrotten Erb-Gruppe mit Sitz in Winterthur, hat mit Hilfe der Briefkastenfirma Cofina auf der Kanalinsel Jersey jahrelang die Steuerbehörden in der Schweiz und in den Produzentenländern getäuscht.

Die einzelnen Tochtergesellschaften verkaufen den Kaffee an Cofina, Cofina verkauft ihn an Grosskunden oder an Volcafé Winterthur (VOW). So werden die Margen manipuliert. In den Produzentenländern werden nur geringe Gewinne oder Verluste verbucht, was die Steuerzahlungen vermindert. Einen beträchtlichen Teil des Gewinns der Volcafé-Gruppe macht Cofina in Jersey – steuerfrei.

In den Ländergesellschaften der Volcafé-Gruppe arbeiten die selben Mitarbeiter als Angestellte der jeweiligen Firma und so als wären sie Mitarbeiter von Cofina. So werden die Steuerbehörden getäuscht.
Die Erklärung von Bern fordert von Volcafé die Auflösung von Cofina. Jeder Teil der Volcafé-Gruppe soll dort, wo die Wertschöpfung geschieht, korrekt Steuern bezahlen. Unternehmen müssen anerkennen, dass es Teil ihrer sozialen Verantwortung (Corporate Social Responsibility) ist, Steuern zu bezahlen.

Die Käufer des Kaffees, das sind im Falle von Volcafé Firmen wie Nestlé, Migros und Coop, sollen «Lieferfirmen» in Steueroasen ablehnen und darauf bestehen, dass die Ware, die sie erwerben, korrekt versteuert wurde.

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