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Weltweites Moratorium auf Terminator-Pflanzen muss verlängert werden!

8. März 2006

Zürich, 08.03.2006 - Schweizer Bauernverbände, Entwicklungs- und Umweltorganisationen fordern die Schweiz auf, sich aktiv für ein weltweites Verbot gentechnisch veränderter Terminator-Pflanzen einzusetzen. Auf einer Konferenz im März droht ein bisheriges Moratorium gekippt zu werden.

Die Terminator-Technologie ist eine besonders aggressive Form der Gentechnik. Sie produziert steriles Saatgut und verhindert die Wiederaussaat der eigenen Ernte. Terminator-Pflanzen können also nur einmal angepflanzt werden, ihre Samen sind keimunfähig und damit unbrauchbar. Entwickelt von privaten Saatgutunternehmen bringt die Technologie den Bäuerinnen und Bauern keinerlei landwirtschaftlichen Nutzen. Sie zielt allein darauf ab, den Saatgutmarkt zu beherrschen und damit die Kontrolle über die Welternährung zu erlangen. „Die absichtliche Entwicklung sterilen Saatguts ist ein Angriff auf das Menschenrecht auf Nahrung. Die Technologie gefährdet den traditionellen Saatguttausch und damit die Ernährungssicherheit,“ erklärt Tina Goethe von SWISSAID.

Die Schweizer Firma Syngenta ist in der Entwicklung dieser und verwandter Technologien besonders aktiv. Sie hält rund ein Drittel der relevanten Patente. François Meienberg von der Erklärung von Bern befürchtet: „Die Terminator-Technologie wird die Konzentration in der Saatgutbranche noch weiter vorantreiben und somit Vielfalt der Nutzpflanzen verringern.“

Bisher wird die Anwendung der Terminator-Technologie durch ein Moratorium der Biodiversitätskonvention verhindert, doch dieses ist in Gefahr. An der 8. Konferenz der Vertragsparteien der UNO Konvention über biologische Vielfalt, welche vom 20. bis 31. März in Curitiba (Brasilien) stattfinden wird, steht auch die Verlängerung des De-facto-Moratoriums von Terminator-Pflanzen zur Diskussion. Die schweizerische Delegation an der Konferenz wird durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) angeführt. In einem Brief an Bundesrat Leuenberger fordern 20 Schweizer Organisationen, unter ihnen auch alle wichtigen Bauernverbände, die Delegation auf, sich aktiv für ein klares weltweites Verbot dieser menschenfeindlichen Technologie einzusetzen.

Die Schweizer Bevölkerung hat sich vor wenigen Monaten für ein generelles Moratorium für den Anbau von Gentechpflanzen ausgesprochen. Ein Engagement der Schweiz für ein Moratorium von Terminator-Pflanzen im Rahmen der Biodiversitätskonvention ist daher im Sinne des Souveräns. Die Bauern, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordern, dass dieser Volkswillen auch in der Schweizer Position bei den Verhandlungen der Biodiversitätskonvention Eingang findet.

Folgende Organisationen unterstützen die Forderungen nach einem Verbot der Terminator-Technologie: Schweizerischer Bauernverband, Kleinbauern-Vereinigung (VkmB), IP suisse, Uniterre, Bio Suisse, Schweizer Bergheimat; Bioforum Schweiz, WWF, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie SAG, Schweizer Tierschutz STS, StopOGM, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Fédération Romande des Consommateurs, Alliance Sud - Arbeitsgemeinschaft Swissaid•Fastenopfer•Brot für alle•Helvetas•Caritas•Heks, Brot für Alle, Fastenopfer, Swissaid, Erklärung von Bern.

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