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Wer hat Dreck am Stecken im Modebusiness?

14. April 2005

Zürich, 14.04.2005 - Im Rahmen der «Globalen Aktionswoche für gerechten Welthandel» (10.-16. April 2005) findet heute ein Aktionstag zur Clean Clothes Campaign statt. Mit einer neuen Broschüre und einer Standaktion der EvB-Regionalgruppe Zürich werden die Modefirmen aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen. Im Zentrum der Kritik steht dabei die PKZ-Gruppe, der auch Blue Dog und Feldpausch angehören.

Ein Basketball-T-Shirt von Nike wird im Geschäft für 66 Franken verkauft. Das neue Faltblatt der Clean Clothes Campaign (CCC) zeigt auf, wohin das Geld fliesst: die Näherinnen erhalten davon nämlich nur lumpige 25 Rappen, 22 Franken gehen an die Markenfirma. Zu diesem Hungerlohn werden sie zusätzlich gezwungen, unzählige Überstunden zu leisten. Wer das Tagessoll nicht erfüllt, wird oft bestraft. Frauen werden schikaniert und eingeschüchtert, damit sich niemand einer Gewerkschaft anschliesst.

Die Lieferfristen werden immer kürzer. Die Modehäuser platzieren ihre Aufträge möglichst beim billigsten Anbieter: Heute in Indonesien, morgen in Indien, und immer häufiger in China. Sie erzeugen damit einen ungeheuren Zeit- und Kostendruck auf die Produzenten. Dieser wird direkt auf die Beschäftigten überwälzt. Nach wie vor kümmern sich dabei viele Kleiderfirmen aber nicht um die Arbeitsbedingungen. Die CCC fordert deshalb seit fünfzehn Jahren Massnahmen gegen das Sozialdumping.

Seit 5 Jahren sucht die Erklärung von Bern (EvB) auch den Dialog auch mit der von Zürich aus operierenden PKZ-Gruppe, der auch die Firmen Blue Dog, Feldpausch und das Stammhaus Burger Zürich angehören. Bisher verweigerte PKZ der EvB jegliche Auskünfte. Besorgte PKZ-Kunden erhielten nun eine Antwort. Darin behauptet die Firmenleitung, dass sämtliche Waren von «Quellen kommen, bei denen Audits durch die Business Social Compliance Initiative (BSCI) durchgeführt wurden.» «Da schmückt sich PKZ mit fremden Federn» sagt der Schweizer CCC-Koordinator Stefan Indermühle. «Denn diese Aussage ist offensichtlich falsch: Erstens steckt BSCI erst im Aufbau, es liegen erst wenige Kontrollen vor. Zweitens führt PKZ Markenartikel im Sortiment, die nichts mit BSCI zu tun haben.»

Die EvB Regionalgruppe Zürich macht mit einer Standaktion die Zürcher Öffentlichkeit auf die Missstände in der Textilbranche aufmerksam. Die PKZ-Gruppe steht dabei im Mittelpunkt, weil sie durch ihr intransparentes Verhalten aufgefallen ist. Gegenüber der Blue Dog Filiale fragen die Aktivisten und Aktivistinnen: «Wer hat Dreck am Stecken? Hat PKZ etwas zu verbergen?»

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