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Willkürliche Festnahme von Kollegen in Nepal

6. Februar 2006

Zürich, 06.02.2006 - Am 2. Februar nahm die Polizei in Kathmandu, Nepal, über 100 Personen fest, die bei einer friedlichen Kundgebung für mehr Demokratie im nepalesischen Königreich eintraten. Unter den Festgenommenen befinden sich Professoren, Lehrer und friedliche Menschenrechtsaktivisten, die nicht mit den Maoisten sympathisieren. Darunter ist auch Herr Gopal Siwakoti, der Direktor der nepalesischen Vereinigung von Wasser – und Energiebenutzern (WAFED), ein Kollege der Erklärung von Bern. Die EvB appelliert an die Verantwortlichen die Inhaftierten sofort freizulassen.

In einem Telefongespräch mit der EvB beschrieb Herrn Siwakoti, der noch in einer ehemaligen Schule inhaftiert ist, die Umstände als menschenunwürdig: jeweils rund 40 Menschen werden in einem engen Raum ohne ausreichendes Wasser, Essen und Toiletten festgehalten. Sie wurden ohne Prozess und ausreichende Begründung zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt. Die EvB arbeitet seit Jahren mit Herrn Siwakoti zusammen, der als Direktor von WAFED auch verschiedenen internationalen Gremien von Nichtregierungsorganisationen vorsteht. Die EvB wäre für eine von ihm organisierte internationale Wasserkonferenz am 3.-4 Februar nach Kathmandu eingeladen gewesen.

Nepal wird derzeit im Vorfeld von Kommunalwahlen am 8.Februar von einer Welle von Unruhen und Festnahmen erschüttert In den letzten Wochen nahmen in Nepal Protestbewegungen, tägliche Massenaufmärsche und gewaltsame Widerstände gegen das autoritäre Regime unter König Gyanendra stark zu. Gyanendra hat für den 8. Februar Kommunalwahlen angekündigt - welche von allen wesentlichen politischen Parteien (diese repräsentieren mehr als 80% im ehemaligen Parlament) als "Farce" bezeichnet und blockiert werden. Ein von den sieben grössten oppositionellen Parteien organisierter Generalstreik legt das Land seit Ende Januar lahm. Die Polizei hat dabei über 1500 Menschen im ganzen Land festgenommen.

Die Erklärung von Bern verurteilt die willkürliche Festnahme von Menschen, die sich für eine friedliche und demokratische Umgestaltung des Königreichs einsetzen und fordert die nepalesische Regierung auf, die Inhaftierten sofort freizulassen.
Ihr Appell geht auch an die zuständigen Behörden in der Schweiz, sich für die Freilassung der Menschenrechtsaktivisten und eine Verschiebung der Wahlen einzusetzen.

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