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Freihandel und Zwangsarbeit: Harry Wu berichtet

Mitte September 2012 besuchte Harry Wu auf Einladung der Erklärung von Bern (EvB) und ihrer Partnerorganisationen der China Plattform die Schweiz. Auf dem intensiven Programm standen Lobby- und Pressegespräche, Diskussionen mit VertreterInnen von UNO Organisationen, der Schweizer Verwaltung und dem Parlament. Es fanden ausserdem auch öffentliche Veranstaltungen statt. Im Zentrum stand die weit verbreitete Zwangsarbeit in China - Wus Schätzungen zufolge arbeiten heute ca. 3 bis fünf Millionen in chinesischen Zwangsarbeitslagern, den sogenannten "Laogai".

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Harry Wu engagiert sich seit Jahrzenten gegen Menschenrechtsverstösse in seinem Heimatland und ist Gründer und Leiter der renommierten Laogai Research Foundation in Washington, die sich gegen Zwangsarbeit in China einsetzt. "Ich bin wirklich schockiert", meinte der prominente chinesische Dissident Harry Wu, als er von den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China erfuhr.

"Laogai" bedeutet "Reform durch Arbeit. Mit seinen eindrücklichen Schilderungen der Zustände in den Zwangsarbeitslagern zog Wu das zahlreich erschienene Publikum an den Veranstaltungen in Genf und Zürich in seinen Bann. Denn Harry Wu kennt die Arbeitslager gut – während 19 Jahren war er selbst interniert. Im Interview mit dem Tages-Anzeiger (PDF, 2.3 MB) spricht er über seine Erfahrungen und über die in den Zwangsarbeitslagern hergstellten Produkte, die auch auf den Schweizer Markt gelangen.

Harry Wu fordert von der Schweiz, dass sie sich im Rahmen des Freihandelsabkommens nicht nur um die aus dem Ausland bezogenen Waren kümmert, "sondern auch um die Menschen, die diese Waren herstellen". Sein deutlicher Appell an unser Land: die Schweiz muss Druck aufsetzen und ihre Bedenken zu den Arbeitsbedingungen, den ethnischen Minderheiten und der Religionsfreiheit in China klar äussern.

Die Schweiz braucht eine Aussenwirtschaftsethik - das ist auch die Forderung, die EvB-Handelspolitikexperte Thomas Braunschweig in einer Stellungnahme an die Schweizer Regierung stellt.

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