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Näher beim Absender: Dreckluft-Container ist in Antwerpen angekommen

Der Container mit dreckiger Luft, den Public Eye mit der „DirtyDiesel - Return to Sender“-Kampagne an Trafigura zurückschickt, ist in Antwerpen angekommen. Public Eye macht damit auf das illegitime Geschäftsmodell von Schweizer Rohstoffhandelsfirmen aufmerksam. Unter Ausnutzung von Doppelstandards verkaufen sie in Afrika giftigen Treibstoff, der in Europa niemals verkauft werden dürfte.

Debatte in der ARA-Region

Die DirtyDiesel-Kampagne hat nicht nur in den betroffenen afrikanischen Ländern und der Schweiz, sondern auch in der Region Amsterdam – Rotterdam – Antwerpen (ARA) eine breite Debatte losgetreten. Denn hier konzentriert sich die Produktion toxischer „African Quality“-Treibstoffe und deren Export nach Afrika. Die Schweizer Unternehmen mischen vorne mit: Sie haben massiv in der ARA-Region investiert, haben Tanklager und Raffinerien erworben. Ebenso dominieren sie die Lieferungen von ARA nach Westafrika.

Die Kampagne hat Licht auf ein bisher kaum bekanntes, sehr intransparentes Geschäftsmodell geworfen – nun können auch Behörden und Politik das Thema nicht weiter ignorieren. Die holländische Handelsministerin Lilianne Ploumen nannte es einen "schwerwiegenden Skandal“ und sagte, die beteiligten Firmen müssten sich schämen. Dennoch wollen die Verantwortlichen des Amsterdamer Hafens nichts tun. Doch das ist vermutlich noch nicht das letzte Wort. Am 26. Oktober diskutierte der Stadtrat von Amsterdam – die Stadt ist Besitzerin des Hafens – den Dirty Diesel Bericht (PDF, 8.8 MB) von Public Eye. Angehörige von fünf Parteien, die im Stadtrat die Mehrheit bilden, kritisierten die Rolle des Hafens bei der Produktion und dem Export von „African Quality“ Treibstoffen und sprachen sich dafür aus, den Export toxischer Treibstoffe nach Afrika zu beenden. Verschiedene Vorstösse schlugen einen Verhaltenskodex oder ein Abkommen vor, um die Hafenbehörden zu verpflichten, das schmutzige Geschäft zu beenden. Als Nächstes wird eine formelle Motion verfasst und Mitte November debattiert. Ihr Ziel steht bereits fest: Die Komplizenschaft von Amsterdam mit einem illegitimen Geschäftsmodell soll beendet werden.

Trafigura schweigt - bald ist der Container in Genf

Trafigura, selbsternannter Branchenführer in Sozialer Unternehmensverantwortung, schweigt indessen weiterhin. Der Konzern versteckt sich hinter den Doppelstandards und dem Argument, dass die giftigen Treibstoffe in Afrika legal sind. Fast 17‘000 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben und fordern von Trafigura, künftig nur noch Treibstoffe zu verkaufen, die den europäischen Standards entsprechen. Unterschreiben Sie die Petition und fordern sie ihre Freunde und Bekannten auf, dies auch zu tun.  

Der mit dreckiger Luft aus Accra gefüllte Container, wird nun auf die Schiene verladen und fährt weiter nach Genf. Dort wird sein Inhalt Trafigura gemeinsam mit der Petition übergeben.

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