Navigationspfad

Zurück

Paraquatkampagne der EvB erfährt weltweite Unterstützung

Der finanzielle Erfolg von Syngenta basiert zu einem gewichtigen Teil auf dem Verkauf von Paraquat – einem Pestizid, das jährlich zehntausende Bauern und Plantagenarbeiter vergiftet. In den letzten vier Monaten haben über 34’000 Personen und rund 90 Organisationen aus 29 Ländern die EvB-Kampagne gegen dieses Syngenta-Produkt unterstützt.

Dominik Plüss Protestaktion vor dem Syngenta-Hauptsitz in Basel

Vor dem Syngenta-Hauptsitz in Basel haben heute Aktivisten der Erklärung von Bern das Urteil verkündet: Syngenta ist schuldig an der Vergiftung von Bauern und Plantagenarbeiterinnen mit Paraquat. Herz der EvB-Kampagne, die Anfang Oktober lanciert wurde, war die öffentliche Verhandlung auf der Website www.stop-paraquat.net. Über 34'000 Personen haben dort ihr Urteil abgegeben und Syngenta für ihr unverantwortliches Handeln verurteilt.

Die internationale Solidarität mit den Opfern des Basler Konzerns ist immens. Die Unterstützung der Asian Peasant Coalition – eine Koalition von asiatischen Bauernorganisationen mit über 15 Millionen Mitgliedern – oder der Internationalen Union der Lebensmittel- und Landwirtschaftsgewerkschaften (IUF), welche 336 Gewerkschaften in 120 Ländern mit 12 Millionen Mitgliedern vertritt, sowie zahlreicher Umwelt-, Konsumenten-, Jugend- und Landwirtschaftorganisationen aus allen Kontinenten, zeigt das Ausmass des Widerstands gegen die Syngenta-Politik.«Diese globale Allianz kämpft weiter für das Verbot des gefährlichen Pestizids Paraquat. Früher oder später wird Syngenta nachgeben. Je länger die Firma wartet, desto mehr Schaden nimmt ihr Image», sagt François Meienberg von der Erklärung von Bern.

Denn Syngenta steckt nach wie vor den Kopf in den Sand und denkt nicht daran, das hochtoxische Produkt vom Markt zu nehmen. Inzwischen hat auch Jean Ziegler in seiner Funktion als Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung an Syngentas Verantwortung appelliert. Er hofft, dass nach diversen Ländern in Europa und Asien noch weitere Staaten das Produkt verbieten werden.

Auch ehemalige Syngenta-Kunden handeln. So wurde am 1. Dezember 2006 der Common Code for the Coffee Community (4C) gegründet, dessen Mitglieder (u.a. Nestlé) rund zwei Drittel der weltweiten Kaffeeproduktion und Nachfrage abdecken. Die Kriterien des Kodizes legen u.a. fest, dass die Anwendung von Paraquat eingestellt werden soll. Zudem hat im letzten Sommer Frankreich als zweitgrösster Paraquat-Anwender in Europa entschieden, dass dessen Verkauf bis Ende 2009 um 50 Prozent reduziert werden muss. Der Druck auf Syngenta steigt also - auch Dank der Anti-Paraquat-Kampagne der EvB und ihrer Partnerorganisationen.

Zurück