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SRF1 Espresso: "Textilindustrie: Können Billigkleider sozial sein?"

Eine Jeans für 13 Franken, ein Kapuzen-Pulli für 12 und ein T-Shirt für 5 Franken: Der Discounter Lidl setzt radikal auf Billigkleider. SRF-„Espresso“ ging der Frage nach, wieviel die Näherinnen im Herstellungsland an so einer Jeans verdienen. Während Lidl seine Produktionspolitik „nachhaltig“ nennt, betont Silvie Lang von der EvB die fehlenden Existenzlöhne bei den Lidl-Zulieferern.

Screenshot der SRF1 Espresso-Webseite

Lidl wollte auf die konkrete Frage von «Espresso», wie viel eine Näherin an einer Jeans für 13 Franken verdient, keine Auskunft geben. In einer Stellungnahme schreibt die Firma:

Lidl kauft die Textilien im asiatischen Raum bei den gleichen Herstellern wie die anderen Marktteilnehmer. Wir können die Kleider aufgrund unseres effizienten Geschäftsmodells deutlich günstiger anbieten.

Weiter schreibt Lidl, man engagiere sich für mehr Nachhaltigkeit in der Produktion seiner Eigenmarken-Textilien. Und die Mitarbeiter eines ausgewählten Textilherstellers erhielten einen Bonus.

Angaben nicht überprüfbar

Was auf Papier gut töne, sei in der Realität schlecht überprüfbar, sagt Silvie Lang von der Erklärung von Bern (EvB). Innerhalb der internationalen Clean Clothes Campaign untersuchte die EvB, wie sozial sich verschiedene nationale und internationale Textilhandelsfirmen verhalten und ob sie einen sogenannten Existenzlohn und nicht nur den gesetzlichen Mindestlohn bezahlen.

Lidl liegt bei dieser Bewertung im unteren Mittelfeld. Dass Lidl einen Bonus bezahlt, ist ein interessantes Projekt. Aber punktuelle Massnahmen reichen nicht, um das Problem der tiefen Löhne in der Textilbranche zu beheben.

«Espresso» ist das Konsum-Magazin von Radio SRF 1.

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