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Syngenta lobbyiert gegen das Paraquat-Verbot der Regierung Malaysias

Am 5.11.2003 hat der General Manager von Syngenta Crop Protection in Malaysia, John McGillivray, anlässlich einer Pressekonferenz die Aufhebung des malaysischen Paraquat-Verbots gefordert. Er verwies dabei auf den EU-Entscheid vom 3.10.2003, der ein klares Indiz dafür sei, dass das Produkt „sicher“ sei.

Die Aussage, ein Pestizid wie Paraquat sei „sicher“ steht in klarem Widerspruch zum „International Code of Conduct on the Distribution and Use of Pesticides“ der FAO, der jedem Syngenta Crop Protection Manager bekannt sein muss.

Die Aussagen von Herrn McGillivray vor der Presse stellen eine Irreführung der Öffentlichkeit dar und müssen verurteilt werden. Der EU-Entscheid kann in keiner Art und Weise als Blankoscheck für die Sicherheit des Produkts missbraucht werden. Die zahlreichen Anwendungsbeschränkungen, welche die EU verfügt hat, sind im Gegenteil der Beweis dafür, dass es sich bei Paraquat um ein hochtoxisches und gefährliches Produkt handelt, das in der EU nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erneut zugelassen worden ist und das von mehreren Mitgliedstaaten aufgrund von ernsthaften Bedenken vollständig abgelehnt worden war.

Industriekreise verbreiten die Fehlinterpretation des EU-Entscheids auch in Form von ganzseitigen Zeitungsinseraten in grossen malaysischen Zeitungen (sog. „advertorials“ z.B. am 12.10. und 9.11.2003 in der New Sunday Times).

Die “Swedish Society for Nature Conservation” (SSNC) und die “International Union of Food, Agricultural, Hotel, Restaurant, Catering, Tobacco and Allied Workers’ Associations” (IUF) haben in Pressemitteilungen gegen diese unzulässigen Fehlinformationen protestiert.

In ihrem Schreiben vom 24.11.2003 an die Europäische Kommission machten die SSNC, das Pesticides Action Network Europe (PAN Europe) und das Pesticide Action Network Asia & the Pacific (PAN AP) darauf aufmerksam, dass Syngenta den EU-Entscheid dazu missbraucht, Verbote gegen Paraquat zu torpedieren.

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