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Aufgaben und Funktionsweise

Aufgaben

Der Fokus der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) liegt auf der Infrastruktur-Förderung der Mitgliedsländer, um ihnen die Teilnahme am überregionalen und globalen Handel zu erleichtern. Afrikas Transport- und Energieinfrastruktur ist bis heute durch koloniale Strukturen geprägt: Sie dient dem Transport der Rohstoffe aus dem Kontinent hinaus und verbindet das Hinterland mit den Häfen, jedoch nicht die einzelnen Länder untereinander.

Jahrzehntelang erfolgten nahezu alle Investitionen national. Seit ihrer Gründung setzt die AfDB bei ihrer Kreditvergabe deshalb einen Schwerpunkt auf die transnationale Energie – und Wasserversorgung, den Transport, sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. Die AfDB ist Teil der Afrikanischen Entwicklungsbank-Gruppe, der ausserdem der Afrikanische Entwicklungsfonds (African Development Fund, AfDF) und der Nigerianische Entwicklungsfonds (Nigeria Trust Fund, NTF) angehören. Die drei gesetzlichen und finanziell getrennten Institutionen verfolgen ein gemeinsames Ziel mit folgenden Aufgaben:

  • Vergabe von Krediten und Budgethilfen zur Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in den ärmsten afrikanischen Ländern,
  • Technische Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Entwicklungsprojekten und –Programmen,
  • Förderung von öffentlichen und privaten Investitionen für Entwicklungsvorhaben,
  • Finanzierung von Infrastruktur-Vorhaben in Ländern mit mittlerem Einkommen,
  • Unterstützung von ökonomischen Gouvernanzreformen,
  • politische Beratung bei den Entwicklungsanstrengungen der Mitgliedsländer.

Funktionsweise

Durch die Einlagen ihrer Mitglieder ist die AfDB berechtigt, auf dem internationalen Kapitalmarkt Kapital zu leihen und stellt dies den regionalen Mitgliedsländern zu günstigen Bedingungen zur Verfügung. Die AfDB gilt heute als wichtigste multilaterale Finanzinstitution in Afrika und vergibt jährlich Darlehen im Umfang von 11-12 Milliarden CHF. Die Kredite werden mit wirtschaftlichen und zum Teil auch politischen Auflagen zur guten Regierungsführung verknüpft, die in eine ganzheitliche Armutsbekämpfungsstrategie der Länder eingebettet sind und heute weniger drastisch sind als in den 90er Jahren.

Operationelle Richtlinien

Die Projekte und Aktivitäten der AfDB sind durch eine Reihe von operationellen Richtlinien geregelt. Dazu gehören beispielsweise die Richtlinien zum Schutz von Umwelt und Menschen oder die Richtlinien zur Veröffentlichung und zum Zugang zu Informationen.

Unabhängiger Beschwerdemechanismus

Die Zivilgesellschaft kann seit 2006 mithilfe eines unabhängigen Beschwerdemechanismus Kritik einbringen. Ein Inspektionsteam ist dann verpflichtet der Kritik nachzugehen und die AfDB muss so lange nachbessern, bis der Konflikt gelöst ist.

Public Eye sendet ihre Kommentare an die AfDB und an die Schweizer Vertretung, wenn Richtlinien zu verschiedenen Bereichen überarbeitet oder neu definiert werden.

Welche Richtlinien von der AfDB jeweils überarbeitet werden, wird schlecht kommuniziert. Diese Intransparenz gestaltet es für die Zivilgesellschaft schwierig, frühzeitig mit der Erarbeitung der Kommentare zu beginnen.