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Die Schweizer Kantone bieten multinationalen Unternehmen eine Reihe von massgeschneiderten günstigen Steuerregeln für die Optimierung ihrer internationalen Finanzflüsse an (Holding-, gemischte und Sitzgesellschaften).

Der Beteiligungsabzug ermöglicht für Holdings die Steuerbefreiung von Einkommensanteilen an ausländischen Tochtergesellschaften. Durch den Beteiligungsabzug wird auch die direkte Bundessteuer reduziert, wodurch die Steuerbelastung von Holdings stark verringert wird. Solche Bedingungen sind sehr attraktiv.

Zwischen 2003 und 2009 verlegten über 250 multinationale Konzerne ihre Hauptquartiere in die Schweiz (siehe Arthur D. Little, Headquarters on the Move, 2009). Aufgrund der sehr niedrigen effektiven Steuersätze von 1.5 bis 10% – vergleiche dazu die Steuersätze von 35% in den USA (laut Statistiken der KPMG von 2012) – liegt es im Interesse ausländischer Unternehmen, einen möglichst grössten Anteil ihrer Gewinne in Schweizer Gesellschaften anfallen zu lassen. So trägt die Schweiz zur Verschärfung der Situation in den Ländern des Südens bei, wo die Regierungen aufgrund der aggressiven Steuervermeidung von multinationalen Konzernen Steuereinnahmen verlieren. Internationale Organisationen wie die Christian Aid schätzen diese Verluste in Entwicklungsländern auf bis zu 160 Milliarden Dollar jährlich. Zum Vergleich: die weltweit geleistete Entwicklungshilfe betrug 2011 gesamthaft 125 Milliarden Dollar.

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