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Bereits als sich 2006 Verhandlungen für ein FHA zwischen der EFTA und Indonesien abzuzeichnen begann, hat Public Eye zusammen mit NGOs aus den EFTA-Ländern eine indonesische NGO-Delegation eingeladen, um auf die Bedenken gegenüber einem solchen Abkommen seitens der indonesischen Zivilgesellschaft hinzuweisen.

Bei verschiedenen Lobbytreffen haben die Delegierten eindrücklich auf die befürchteten negativen Auswirkungen eines FHA mit der EFTA hingewiesen. Neben Kritik an den EFTA-Standardforderungen zur Liberalisierung des Finanzsektors und der Stärkung geistiger Eigentumsrechte mahnte ein indonesischer NGO-Vertreter, es sei wichtig, dass die indonesische Regierung die Bevölkerung Indonesiens einbeziehe und genauer prüfe, welche Art von Handelspolitik den dringenden Bedürfnissen und Interessen der indonesischen Bevölkerung diene:

Bilaterale Freihandelsabkommen stellen versteckte Instrumente dar, um die Privilegien und den Reichtum von multinationalen Konzernen und die Interessen mächtiger Regierungen zu sichern.

In Indonesien herrscht weitverbreitete Skepsis gegenüber Freihandelsabkommen. Die offiziellen Verhandlungen begannen denn auch erst 2011 und kommen wegen innenpolitischen Problemen nur schleppend voran. Ausserdem hat Indonesien begonnen, bestehende Investitionsschutzabkommen auf Grund negativer Erfahrungen zu kündigen, so auch dasjenige mit der Schweiz.

Nach der elften Verhandlungsrunde, die im Oktober 2016 stattfand, zeichnet sich ab, dass wie beim Freihandelsabkommen mit Malaysia die Palmölfrage eine zentrale Rolle spielt. Für den Anbau des vielseitig verwendbaren Öls wird die indigene Bevölkerung ihres Landes und damit ihrer Lebensgrundlage beraubt. Riesige Regenwaldflächen werden gerodet, und den Vertriebenen bleibt nichts anderes übrig, als auf den Plantagen als Tagelöhner anzuheuern, wo sie unter oft menschenrechtswidrigen Bedingungen zu Hungerlöhnen arbeiten müssen.