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Öl, Schmiergeld, Politik : Die Abenteuer einer Genfer Firma in Brazzaville (2017)

Dieser auf zweijährigen Recherchen beruhende Report von Public Eye enthüllt, mit welchen Mitteln sich der weltweit viertgrösste Rohstoffhandelskonzern Gunvor von Genf aus Zugang zum schwarzen Gold der Republik Kongo verschafft hat. Eine zentrale Rolle spielt dabei genau jene Freundschaft eines Gunvor-Mitgründers zum russischen Präsidenten, die beide lange geleugnet haben. Wegen des Verdachts, dass dabei Schmiergelder geflossen sind, die in der Schweiz gewaschen wurden, hat die Bundesanwaltschaft schon 2012 ein Strafverfahren eröffnet.

Gunvor in Congo - Oil, cash and misappropriation: the adventures of a Swiss trader in Brazzaville” - September 2017

Die Enthüllungen von Public Eye über Gunvors Aktivitäten im Kongo sind von grossem gesellschaftlichem Interesse – in erster Linie für die kongolesische Bevölkerung, die trotz der grossen Rohstoffvorkommen des Landes in bitterer Armut lebt. Aufgrund von Misswirtschaft und Korruption sieht die Bevölkerung – eigentliche Eigentümerin der Bodenschätze – nichts vom Reichtum aus dem Rohstoffabbau. Doch sie hat ein Recht zu erfahren, zu welchen Bedingungen die staatliche Firma das schwarze Gold an internationale Händler verkauft.&nb

Public Eye untersuchte auch die Reaktion Gunvors nach Veröffentlichung des Berichts: Das Unternehmen beschuldigte kurzerhand einen ehemaligen Mitarbeiter, ohne ihr Wissen gehandelt zu haben. Aufgrund exklusiver Dokumente kann Public Eye jedoch belegen, dass die fragwürdigen Tätigkeiten auch nach Abgang des besagten Mitarbeiters weiter anhielten.

Die Kommunikationsstrategie Gunvors - Géraldine Viret, Mediensprecherin Public Eye


Das Beispiel Gunvor verdeutlicht die Mitverantwortung des Rohstoffhandels für den Rohstofffluch sowie die Folgen, die das Fehlen von Regulierungen mit sich bringt. Es zeigt, wie realitätsfremd die Argumente gegen eine strengere Gesetzgebung sind. Lösungsansätze wären indes vorhanden, darunter unsere Forderung nach Zahlungstransparenz oder einer Rohstoffmarktaufsicht (Rohma). Es ist Zeit für die Schweiz, zu handeln.

Warum die Schweiz handeln muss – Andreas Missbach, Mitglied der Geschäftsleitung bei Public Eye


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Für den Bericht zu Gunvors Abenteuern im Kongo hat Public Eye zwei Jahre recherchiert. Als unabhängiger Verein setzt sich Public Eye in der Schweiz für die weltweite Wahrung der Menschenrechte ein. Wir kämpfen gegen Ungerechtigkeiten, die ihren Ursprung in der Schweiz haben und pochen darauf, dass Unternehmen und Politik die Menschenrechte respektieren. Sie können uns dabei mit einer Spende unterstützen oder indem Sie Mitglied werden: Herzlichen Dank!