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Viele Probleme, die in der Textil- und Bekleidungsindustrie auftauchen, haben entweder direkt oder indirekt mit den viel zu tiefen Löhnen zu tun. So beispielsweise die exzessiven Überstunden, die ihrerseits immer wieder zu Unfällen infolge Übermüdung führen. Die Einschüchterung der GewerkschafterInnen führt wiederum dazu, dass die Löhne tief bleiben, weil die Betroffenen sich nicht trauen, für ihre Rechte einzustehen.

Genügend zu verdienen, um damit die eigene Existenz sichern zu können – also einen Existenzlohn zu erhalten - ist ein grundlegendes Menschenrecht. Firmen müssen daher gemeinsam mit anderen Unternehmen, Gewerkschaften und NGO konsequent darauf hinarbeiten, dass alle ArbeiterInnen in ihren Lieferketten für eine Normalarbeitswoche von max. 48 Stunden einen Existenzlohn ausbezahlt bekommen.

Die Befragung des Outdoor-Sektors hat gezeigt, dass viele Unternehmen noch immer keinen Existenzlohn bezahlen und einen grundlegenden Nachholbedarf für die Verankerung einer sozial nachhaltigen Geschäftspolitik haben.

Die CCC fordert, dass die Firmen folgende Schritte unternehmen:

  • Einen umfassenden Verhaltenskodex erarbeiten und veröffentlichen. Im Verhaltenskodex muss das Recht auf einen Existenzlohn für alle klar verankert sein, ausserdem soll der Kodex auf arbeitsrechtlich relevante UNO/ILO-Normen verweisen.
  • konkrete Massnahmen zur Umsetzung des Verhaltenskodex erarbeiten und veröffentlichen
  • Umsetzungsmassnahmen für einen Existenzlohn:
    - Anerkennung der Lohnforderung der Asia Floor Wage Allianz als Benchmark für einen Existenzlohn
    - Erarbeitung und Veröffentlichung eines Umsetzungsplanes (inkl. Meilensteine und Zeitplan)
    - Pilotprojekte mit der Asia Floor Wage Allianz, um Massnahmen für eine effektive Umsetzung eines Existenzlohnes auf Fabrikebene zu erarbeiten und durchzuführen
  • Zusammenarbeit mit Gewerkschaften in Produktionsländern aktiv fördern, damit die ArbeiterInnen sich ungehindert organisieren und ihre Rechte vertreten und einfordern können.
  • Transparenz: Die Firmen müssen transparent über ihre Geschäftstätigkeit und die Produktionskette berichten
  • einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Verifizierungsinitiative beitreten und die Zivilgesellschaft und lokale Gewerkschaften bei Kontrollen aktiv einbeziehen