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Lieferkette und Wertschöpfung

Grafik basierend auf dem Kakaobarometer 2012 sowie dem Südwind-Report „Vom Kakaobaum bis zum Konsumenten (2012)“

Kakaobäuerinnen und -bauern verkaufen ihre Bohnen traditionell entweder an lokale oder international mandatierte  ZwischenhändlerInnen oder an Kooperativen (ProduzentInnenorganisationen).

Insgesamt sind nur sehr wenige Kakao anbauende Familien in Kooperativen organisiert. Von den Kooperativen und lokalen Sammelstellen aus wird der Kakao weiterverkauft an weitere lokale HändlerInnen oder, wie beispielsweise in Ghana, an lizenzierte Einkaufsgesellschaften, die den Kakao in grösseren Volumen zu den Häfen transportieren, wo er gelagert wird, bis er per Schiff in die grossen Verarbeitungshäfen (hauptsächlich in Westafrika und Europa aber auch USA, Brasilien und Indonesien) gebracht wird. Dort wird der Kakao oft gereinigt und wieder gelagert.

Der für den Export bestimmte Kakao ist in den verschiedenen Kakao produzierenden Ländern unterschiedlich besteuert. Am höchsten sind die Steuern in der Elfenbeinküste und in Ghana, wo zwischen 20 und 30 Prozent des FOB-Preises in Form von Kakaosteuern an den Staat gehen. Sowohl die lokalen HändlerInnen als auch die Kooperativen verkaufen die Bohnen an Exportgesellschaften, die entweder an Importeure und Herstellerfirmen in Europa und Nordamerika angeschlossen sind oder sie an solche weiter verkaufen. 

Die Wertschöpfungkette von Kakao ist horizontal sowohl als auch vertikal stark integriert – entprechend gross ist die Marktkonzentration. Das heisst, dass Firmen wie beispielsweise Barry Callebaut in den lokalen und internationalen Handel, sowie auch auf diversen Stufen der Kakaoverarbeitung involviert sind und diesen Teil der Wertschöpfungkette kontrollieren (vertikale Integration). Gleichzeitig interagieren sie auf den jeweiligen Stufen mit anderen Akteuren oder übernehmen sie (z.B. Petra Foods) (horizontale Integration).  Es gibt also nur eine Handvoll Exporteure pro Land, die normalerweise von einem oder zwei Häfen aus operieren. Die Verarbeiter rösten den Kakao und produzieren Kakaobutter, Kakaomasse und Kakaopulver. Diese Produkte verarbeiten sie selbst zu Schokolade oder verkaufen sie an Schokoladeproduzentinnen und Nahrungsmittelhersteller, welche die Schokolade an die Endkonsumierenden verkaufen.

Während westafrikanische Kakaobäuerinnen und Bauern ungefähr sechs Prozent des Endpreises erhalten, kassieren Verarbeiter, Schokoladeproduzenten und der Detailhandel zusammen fast 80 Prozent des Wertes ein. Die Verteilung der Wertschöpfung der westafrikanischen Kakaoproduktion sieht  folgendermassen aus:

Quelle: Cocoa Barometer 2015

Mehr Details zur Verteilung in der Wertschöpfungskette im Kakaosektor:

Cocoa Barometer 2015 (deutsch) (PDF, 4.0 MB)
Cocoa Barometer 2015 (englisch) (PDF, 3.8 MB)