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Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde 1948 gegründet. Als Sonderorganisation der Vereinten Nationen ist sie die leitende und koordinierende Stelle  des internationalen öffentlichen Gesundheitswesens. So beschliesst sie hierzu Normen und Kriterien, koordiniert internationale Aktivitäten beim Kampf gegen Krankheiten, definiert  internationale Forschungsprogramme im Gesundheitsbereich, schlägt politische Massnahmen vor auf Grund der „evidence-based medicine“ und  , und versorgt – wenn nötig – die 192 Mitgliedsländer (+ 2 assoziierte Mitglieder) mit technischen Hilfsmitteln. Der Sitz der WHO ist in Genf.

Public Eye nimmt seit mehreren Jahren an den jährlichen Generalversammlungen der WHO (Weltgesundheitsversammlung) in Genf teil. Die Mitgliedstaaten entscheiden dort jeweils die Politik und die Programme der WHO. Neben der Anwesenheit und Einflussnahme an den WHO-Versammlungen selbst, nimmt Public Eye auch Einfluss auf die Position der Schweiz innerhalb der WHO, in deren Exekutivrat diese bis 2014 Mitglied ist.

Kritik der Organisation Public Eye

Public Eye kritisiert die enge Verknüpfung der WHO mit der Pharmaindustrie, deren Lobby auf die Politik der WHO grossen Einfluss ausübt.

Wie sich diese mangelhafte Unabhängigkeit der WHO auswirkt, zeigt sich beim Versuch ein  Rahmenabkommen über die Forschung und Entwicklung (F&E) von neuen Medikamenten zu verabschieden, die auch die spezifischen Gesundheitsbedürfnisse der Entwicklungsländer berücksichtigt und nicht nur profit-orientiert sind. Die Pharmaindustrie zeigte sich bislang desinteressiert, günstige Medikamente für hauptsächlich im Süden vorkommende Tropenkrankheiten zu entwickeln. Absatzmärkte in Afrika, Südostasien und Lateinamerika versprechen schlicht zu wenig Profit, als dass sich Investitionen in Forschung und Entwicklung lohnen würden. Im April 2012 empfahl eine beratende Expertengruppe den Mitgliedsstaaten der WHO Verhandlungen zu starten, an deren Ende ein internationales  verbindliches Rahmenabkommen stehen würde, das zu einer erhöhten Finanzierung und bessere Koordination der F&E Aktivitäten im Medikamentenbereich führen würde.

Industriestaaten, darunter die Schweiz, schreckten jedoch davor zurück, in das Geschäftsfeld ihrer Pharmaindustrie einzugreifen und in Zeiten der Finanzkrise ihr Portemonnaie zu öffnen.  Stattdessen spielten sie auf Zeit. Das magere Resultat: eine Beobachtungsstelle, die bloss die Aufgabe haben soll, die Schwächen des gegenwärtigen Systems auszuloten, ohne Mittel zur Behebung derselben zur Verfügung zu haben. So leiden und sterben weiterhin Millionen Menschen weltweit, weil die Erforschung von Medikamenten für ihre Leiden zu wenig profitabel ist.

Public Eye kämpft weiterhin für eine unabhängige Weltgesundheitsorganisation, die den Zugang zu Medikamenten für alle gewährleisten kann.

 

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