Ausschreibung 2020

Nach der erfolgreichen Erstausgabe des Investigation Award anlässlich unseres 50-Jahre-Jubiläums 2018 unterstützen wir auch 2020 wieder zwei journalistische Projekte mit je 10 000 CHF, deren Recherchen in jenen Ländern ansetzen, wo die Rechte von Menschen durch verantwortungslose Konzerne verletzt werden. Denn wer kann solche Ungerechtigkeiten besser dokumentieren als jene Medienschaffenden, die dort sind oder dorthin gehen, wo sie geschehen?

Seit 1968 kämpft Public Eye (ehem. EvB) gegen Ungerechtigkeiten, die ihren Ursprung in der Schweiz haben. Und davon gibt es einige. Ob dreckiger Diesel in Ghana, ethisch bedenkliche Medikamententests in Ägypten oder Schmiergeldzahlungen für kongolesische Öllieferungen: Wir decken illegitime und illegale Praktiken von Schweizer Firmen auf und schauen hin, wenn Menschen für den Profit von Schweizer Unternehmen leiden müssen. Mit unserem Investigation Award unterstützen wir journalistische Projekte zu solchen Misständen.

Bedingungen

Die Recherche muss in Verbindung mit Geschäftspraktiken von Schweizer Firmen und/oder der Schweizer Politik stehen. Bedingung ist zudem, dass sie neue Einblicke in Bezug auf missbräuchliche Geschäftstätigkeiten in einem Entwicklungs- oder Schwellenland liefert – von Menschenrechtsverletzungen über Umweltverschmutzungen bis hin zu Korruptionsfällen und illegitimen Finanzgeschäften. Die Recherche darf zuvor noch nicht veröffentlicht worden sein. Das Endprodukt wird von Public Eye veröffentlicht, kann nach Absprache aber auch in anderen Publikationen erscheinen.

Einreichung

Eingereicht werden muss ein kurzer Beschrieb des Projekts (maximal eine A4-Seite beziehungsweise 400 Wörter), zusammen mit einem Profil der Personen, die es realisieren wollen. Ein grober Rechercheplan mit Kostenaufstellung soll der Jury ausserdem die Machbarkeit des Vorhabens aufzeigen. Falls schon andere Fördermittel für das Projekt bewilligt worden sind, muss dies im Konzept ausgewiesen werden. Das detaillierte Reglement für die Einreichung der Rechercheprojekte findet sich hier oder unten.

Jury

Die Jury, die über die Vergabe des Recherchestipendiums entscheidet, besteht aus 3 externen Expertinnen und Experten sowie 3 Mitarbeitenden von Public Eye.

Teilnahme

Teilnahmeberechtigt sind Journalistinnen und Journalisten genauso wie Mitarbeitende von NGOs oder anderen Institutionen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern recherchieren. Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 9. März 2020 (per Email: awards@publiceye.ch). 

Reglement

Weitere Informationen

  • 1. Allgemeines

    1.1
    Die Nichtregierungsorganisation Public Eye setzt sich dafür ein, dass Schweizer Unternehmen und die Schweizer Politik ihre Verantwortung zur weltweiten Achtung der Menschenrechte wahrnehmen. Mit ihrem Investigation Award will Public Eye zwei externe Recherchen finanziell unterstützen, die einen Missstand in einem oder mehreren Entwicklungs- oder Schwellenländern thematisieren, der einen direkten Link mit der Schweiz (einem Unternehmen, der Regierung, bestimmten Individuen usw.) hat. Die Recherche soll bislang unveröffentlichte Fakten in Bezug auf problematische Praktiken ans Licht bringen – seien es Menschenrechtsverletzungen, Umweltschäden oder illegitime Finanzflüsse.

    1.2
    Die Ausschreibung richtet sich an Journalistinnen und Journalisten ebenso wie an Mitarbeitende von NGOs oder wissenschaftlichen Institutionen, die mit journalistischen Methoden recherchieren.

    1.3
    Die zwei Recherchen werden mit insgesamt 20 000 CHF unterstützt.

  • 2. Einreichefrist, Bezahlung und Publikation

    2.1.
    Die Projektanträge müssen bis spätestens am 9. März 2020 per Email (awards@publiceye.ch) eingereicht werden.

    2.2.
    Die erste Hälfte der einer Recherche zugesprochenen Summe wird direkt nach dem Juryentscheid ausbezahlt. Die zweite Hälfte wird bei Einreichung der fertigen Arbeit überwiesen.

    2.3.
    Die prämierten Rechercheurinnen und/oder Rechercheure reichen ihre Arbeit spätestens am 31. August 2020 bei Public Eye ein.

  • 3. Inhalt der Projektanträge

    3.1.
    Eine kurze Beschreibung (max. eine A4-Seite beziehungsweise 400 Wörter) des Recherchevorhabens, das dessen Relevanz und Neuigkeitswert im vorgegebenen Raster aufzeigt (Selektionskriterien der Jury siehe unten). Die Recherche muss exklusiv sein (darf noch nirgends publiziert worden sein) und muss von einer realistischen, auf Vorrecherchen gründenden Arbeitsthese ausgehen.

    3.2.
    Ein Lebenslauf der Bewerberinnen und/oder Bewerber, die entweder als Journalistin oder Journalist tätig sind oder für eine NGO arbeiten, welche journalistische Recherchen durchführt.

    3.3.
    Ein provisorisches Recherchedesign (Zeitplanung, Quellen, Etappen, Reisen usw.).

    3.4.
    Eine Grobschätzung des Projektbudgets.

  • 4. Verpflichtungen gegenüber Public Eye

    4.1.
    Die ausgewählten Rechercheurinnen und/oder Rechercheure erklären sich damit einverstanden, dass Public Eye die Resultate ihrer Arbeit publiziert. In Absprache mit Public Eye kann die Recherche auch andernorts publiziert werden. Ort und Datum der Erstveröffentlichung werden in diesem Fall zusammen mit Public Eye bestimmt.

    4.2.
    Die Arbeit muss in einer der folgenden Sprachen eingereicht werden: Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch.

  • 5. Auswahlkriterien der Jury

    5.1
    Die Jury bewertet die eingereichten Bewerbungen gemäss dem obenstehenden Kriterienraster und wählt zwei Projekte aus. Die Kriterien werden anhand der Skala in der rechten Spalte der Tabelle gewichtet.

  • 6. Die Jury

    6.1.
    Die Jury besteht aus sechs Personen, von denen drei Mitarbeitende von Public Eye sind.

    6.2.
    Die Jury wählt aufgrund der Qualität der eingereichten Bewerbungen zwei Gewinnerprojekte aus.

    6.3.
    Die Jury spricht den zwei ausgewählten Projekten je 10 000 CHF zu.
     

Weitere Infos

Rückfragen bitte an oliver.classen@publiceye.ch oder +41 (0)44 277 79 06

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